SAP Cloud Platform: Maßgeschneiderte Business-Plattform für SAP-Anwender

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die SAP Cloud Platform kaum von denen anderer Anbieter. Tatsächlich aber ist sie als Business- und Integrationsplattform konzipiert, die besonders für SAP-Anwender einen Nutzen bietet, der weit über das Bereitstellen von IT-Ressourcen, Tools und Services hinausgeht.

In der Anfangsphase des Cloud Computing ging es vor allem darum, Lastspitzen mit temporär nutzbaren Ressourcen abzufangen und Kosten einzusparen. Alle neueren Studien besagen indes, dass es heute vor allem um die Verbesserung der Agilität und die Fähigkeit für Unternehmen geht, kurzfristig auf sich verändernde Marktanforderungen zu reagieren, neue, digitale Anwendungen und Geschäftsmodelle schneller zu realisieren und sie in hybriden Umgebungen mit der lokalen Infrastruktur zu verbinden.

Die Cloud-Provider haben längst darauf reagiert: Sie bieten unterdessen Cloud-Plattformen an, die – neben der Bereitstellung von Speicherplatz und Rechenpower – sehr viel weitergehende Services, Tools und Funktionsmodule im so genannten PaaS-Modell (Platform as a Service) bereitstellen, um schnell und flexibel bestehende Anwendungen zu erweitern oder Cloud-native Applikationen zu entwickeln.

Dazu gehören etwa Services für Collaboration und Integration, die Anbindung mobiler Geräte und Social Media, User-Verwaltung und Datenmanagement sowie Sicherheits- und Datenschutzmechanismen. Darüber hinaus werden oft Programmier- und Laufzeitumgebungen sowie Datenbankumgebungen und Tools für die Anwendungsentwicklung bereitgestellt. Ebenso gehören vorgefertigte Funktionsblöcke für digitale Applikationen wie etwa im Bereich Big Data, IoT, Bockchain, KI (künstliche Intelligenz) und ML (Machine Learning) und Business-Analytics zum Leistungsumfang gut ausgestatteter Cloud-Plattformen.

So bieten etwa die Cloud Plattformen der Hyperscaler und weltweiten Marktführer AWS (Amazon Web Services), die Google Cloud Platform oder Microsoft Azure – neben weiteren Anbietern wie IBM, Fujitsu, Atos oder die Deutsche Telekom, um nur einige zu nennen – einen im großen und ganzen vergleichbaren Leistungsumfang. Was aber unterscheidet dann die SAP Cloud Platform von denen anderer Anbieter?

Business Plattform für SAP-basierte Anwendungsumgebungen

„Das ist tatsächlich erklärungsbedürftig“, sagt, Mathias Pöhling, Head of SAP Cloud Platform Center of Excellence Middle & Eastern Europe. „Die meisten unserer Kunden nutzen bereits Cloud Services verschiedener Anbieter und stellen uns zu Recht die Frage, warum sie stattdessen oder zusätzlich die Cloud Plattform von SAP nutzen sollten.“ Er hat darauf eine klare Antwort: „Unser Cloud-Service ist eine Business Plattform, die in erster Linie auf die Integration und Erweiterung von SAP-Applikationen und -Prozessen ausgelegt ist.“

Dafür stelle die Cloud Plattform Services, Tools und Funktionsmodule bereit, die teilweise auch andere Plattform-Anbieter im Programm haben, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Die SAP Plattform stellt eindeutig Business Prozesse und Business Funktionen in den Mittelpunkt. Während andere Anbieter vor allem auf technische Aspekte fokussieren, bietet die SAP Plattform vereinfachte Integration und vorkonfigurierte Business Services, die eine effiziente, schnelle und sichere Entwicklung von Erweiterungen und Funktionen ermöglichen.

Die SAP Cloud Platform sei deshalb nicht in erster Linie eine technische Alternative zu anderen Cloud Plattformen, sondern eine strategische Ergänzung für Unternehmen, die SAP-Produkte einsetzen. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Cloud Anbietern. Im Gegenteil, wir arbeiten unter anderem mit den Hyperscalern zusammen und installieren unsere Plattform auch auf anderen Cloud Plattformen, wenn der Kunde das wünscht, weil er vielleicht schon eine Vertragsbeziehung mit ihnen unterhält“, sagt SAP-Manager Pöhling.

Er hebt folgende Funktionen der SAP Cloud Platform hervor:

Integration – von Applikationen und Prozessen, sowohl mit SAP als auch mit Drittanbietern. Das ermöglicht nahtlose End-to-End Prozesse, egal ob Applikationen On-Premise oder in der Cloud betrieben werden.

Erweiterung – Bereitstellung von Services und Modulen, um bestehende Applikationen aus dem SAP-Portfolio – egal ob On-Premise oder in der Cloud – mit zusätzlichen Funktionen oder Fähigkeiten auszustatten.

Entwicklung neuer, Cloud-basierter Applikationen – mit der SAP Cloud Platform lassen sich in der integrierten Entwicklungsumgebung und den vorgefertigten Funktionsmodulen einfach und schnell neue digitale Applikation entwickeln, die dann wiederum reibungslos mit SAP-basierten Anwendungslandschaften verzahnt werden können.

Reduzierung von Kosten, Risiken und Entwicklungszeiten

Damit trage die SAP Cloud Platform erheblich dazu bei, die drei entscheidenden Parameter der Anwendungsentwicklung zu verbessern: „Bei IT-Projekten geht es immer darum, die Kosten, das Risiko und die Projektlaufzeit zu verringern“, sagt SAP-Experte Pöhling. Zur Kostensenkung trügen neben Funktionsbausteinen, etwa für KI, ML, Blockchain oder Business Analytics mehr als 1.300 vorgefertigte Integrationsmodule bei. Ebenso wie Visualisierungstools und Benutzeroberflächen, die es erlauben, Cloud-basierte Applikationen mit On-Premise-Systemen in einer einheitlichen Oberfläche ohne Bruch des Mediums oder der User-Experience darzustellen.

Bei der Reduzierung des Risikos gehe es zum einen darum, zu gewährleisten, dass Cloud-basierte Anwendungen sicher und zuverlässig mit On-Premise-Systemen verknüpft werden können. Zum anderen sei es unerlässlich, dass die Nutzer über die komplexe hybride Infrastruktur hinweg durchgängig verlässlich authentisiert und autorisiert werden können. Dafür stellt die Cloud Plattform von SAP Funktionen für die Nutzerverwaltung bereit, die auf die speziellen Anforderungen in Multi-Cloud und On-Premise/Cloud Umgebungen ausgelegt sind.

Und letztlich trage die Cloud Plattform auch zur Reduzierung der Entwicklungszeiten und einem schnelleren Time-to-Market bei. Durch das einheitliche semantische Modell und die gemeinsame Codebasis verringere sich der Integrationsaufwand, der sonst oft einen beträchtlichen Teil des Projekts ausmacht. Zudem stelle das große Portfolio an Content, Funktions- und Integrationsmodulen sowie ein App-Shop mit Partnerapplikationen eine breite Auswahl an vorgefertigten, sofort einsetzbaren und wieder verwendbaren Lösungen bereit, die sonst mit hohem Aufwand erst selbst entwickelt werden müssten.

SAP-Manager Pöhling nennt einen weiteren Grund, warum SAP-Anwender von der Cloud Plattform profitieren. „Früher programmierte man das Customizing, Erweiterungen oder zusätzliche Funktionen direkt am System.“ Das führte nicht selten dazu, dass bei einem Update erhebliche Anpassungen nötig wurden. Die SAP Cloud Platform bietet jetzt die Möglichkeit, Erweiterungen, zusätzliche Funktionen und Anpassungen in die Cloud zu verlagern. „Damit bleibt das Kernsystem dicht am Standard, Änderungen und Anpassungen wirken sich nicht mehr auf die Update-Fähigkeit aus“, sagt Mathias Pöhling. Und das gelte nicht nur für das ERP-System, sondern auch für alle anderen Applikationen wie etwa Success Factors, Concur, Ariba oder Logistik- und Supply Chain Anwendungen von SAP.

„Auf Englisch sagt man, die Cloud Plattform ‚is the glue’, die Cloud-basierte Applikationen und das gesamte SAP-Portfolio verbindet“, sagt der SAP-Experte. Auf Deutsch würde man wohl nicht von Klebstoff, sondern eher von einer Brücke oder logischen Instanz sprechen. Wie auch immer: „Die SAP Cloud Platform ist eine lupenreine Business und Innovations Plattform, die SAP-Anwendern den Einstieg in die Vorteile des Cloud Computing ermöglicht, ohne deshalb ihre vorhandene Infrastruktur umbauen zu müssen“, verspricht Pöhling.