IoT und Blockchain: die Billionen-Dollar-Frage

Blockchain-Technologie und das Internet der Dinge (IoT) sorgen für enormes Marktwachstum. Laut IDC dürften die weltweiten Investitionen in das IoT bis 2023 1,14 Billionen US-Dollar erreichen.

Das Analystenhaus Gartner geht davon aus, dass mit Blockchain-Technologie bis 2023 weltweit Warenbewegungen und Dienstleistungen im Wert von 2 Billionen US-Dollar jährlich überwacht und verfolgt werden. Die Frage ist, wie man all diese Daten in der Wirtschaft auf sinnvolle Weise miteinander verknüpft. Beispielsweise haben Elektroautos ein großes und durchaus realistisches Potenzial. Unternehmen können es allerdings nur ausschöpfen, wenn sie in der Lage sind, intelligente Daten von den verschiedenen Fahrzeugen, Ladestationen und Versorgungsunternehmen in Echtzeit miteinander zu verbinden. Kürzlich wurde auf der SAP TechEd in Las Vegas ein Demo-Video zu diesem Thema vorgestellt.

Echtzeitdaten via IoT spielen die Hauptrolle

Bei der Demo fuhren mit Sensoren ausgestattete Spielzeugautos über ein Spielbrett, das eine Karte von Las Vegas darstellte. Darüber war ein großer Bildschirm angebracht, der Informationen von den Autos angezeigte. Die beiden Fahrer bewegten sich zwischen Parkgaragen und Ladestationen und hielten immer wieder an, um zu parken und aufzuladen. Blockchain-Technologie erfasste die über IoT von den einzelnen Autos und Ladestationen übermittelten Verbrauchsdaten in SAP Subscription Billing. Die Lösung lief mit dem Service Hyperledger Fabric auf SAP Cloud Platform.

„Auf diese Weise können Unternehmen mehrere SAP-Lösungen verwenden, um komplexe Geschäftsmodelle mit Echtzeitdaten zu untermauern“, erklärte Dr. Oliver Gass, Produktmanager für SAP S/4HANA Cloud Integration. „In jeder Branche gibt es ähnliche durchgängige Szenarien, bei denen integrierte Daten von zahlreichen Geräten miteinander kombiniert werden müssen, um alltägliche Abläufe effizienter zu machen und neue Erfahrungen zu schaffen, die letztlich zu einer Neuausrichtung des Geschäftsmodells führen.“

Profitieren vom Inter der Dinge

Laut IDC gehören zu den Sektoren, die am meisten vom IoT profitieren werden, nicht nur der Verkehr. Auch Fertigung, Versorgungswirtschaft, öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen profitieren wesentlich. Welche Chancen sich hier eröffnen, konnte ich live an dem Modell beobachten: Es demonstrierte die verbrauchsabhängige Abrechnung für das Parken und Laden von Elektroautos.

„Mit SAP C/4HANA für die Abonnementabrechnung könnten Garagenbetreiber personalisierte Preismodelle für jeden Fahrer erstellen, in die Parameter wie Haupt- oder Nebenzeiten einfließen, um das Verkehrsaufkommen während der Hauptverkehrszeiten zu reduzieren. So wird die Nutzung in Zeiten gefördert, in denen die Garage weniger voll ist“, führte Gass aus. „Dann könnten sie in SAP S/4HANA Cloud Abrechnung, Buchhaltung und Controlling nahtlos abwickeln.”

Starke Argumente für Investitionen in Blockchain-Technologie

Bei einer weiteren Umfrage von IDC gaben über 50 Prozent der befragten Unternehmen aus verschiedenen Branchen an, dass die Blockchain-Technologie bereits ein wichtiger Teil ihrer digitalen Transformation ist oder es in naher Zukunft sein wird. Damit können Unternehmen sichere Daten in einem unveränderlichen, dezentralen Protokoll für Transaktionen miteinander teilen. Somit ist die Blockchain-Technologie ideal für Geschäftsszenarien mit vielen Beteiligten geeignet – wie das Fahren, Laden und Parken von Elektroautos.

SAP Subscription Billing könnte die Blockchain konstant auf Echtzeitdaten zur tatsächlichen Nutzung von Parkraum überwachen“, erläuterte Gass. „Die Lösung nimmt die Daten aus der Blockchain und fügt sie in die Park- oder Energierechnung für die Fahrer ein, die dann zwecks Abrechnung und Fakturierung an die Garagenbetreiber und Versorgungsunternehmen weitergeleitet wird. Die Fahrer könnten auf ihren mobilen Geräten nahezu in Echtzeit ihre Parkkosten und ihren Energieverbrauch einsehen und so ganz einfach die Kosten im Blick behalten.“

Die Blockchain koppelt auch Garagenbetreiber und andere an der Ladeinfrastruktur Beteiligte von den Versorgungsunternehmen ab. Diese Unternehmen könnten dann verbrauchsabhängige Dienstleistungen wie Parken und Laden anbieten, ohne von einem bestimmten Versorgungsunternehmen abhängig zu sein. Auch ist es möglich, sicher Autos und Fahrer zu identifizieren, die berechtigt sind, in bestimmten Garagen zu parken und bestimmte Ladestationen zu nutzen.

Es ist absolut gerechtfertigt, den Prognosen für ein massives Marktwachstum Glauben zu schenken. Sie werden nämlich wahr werden, wenn alle Daten aus Blockchain, IoT und anderen innovativen Technologien intelligent miteinander verbunden werden.