SAP S/4HANA: Mehrwerte identifizieren in Discovery Workshops

Immer mehr Unternehmen wechseln auf SAP S/4HANA. 40 Prozent planen den Wechsel allein in den kommenden drei Jahren, so eine aktuelle Umfrage der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe (DSAG). Entsprechend wichtig wird, die konkreten Mehrwerte zu identifizieren und sich darauf zu konzentrieren.

Wenn Jürgen Schäfer mit Unternehmen in so genannten Discovery Workshops über ihre Zukunftspläne mit SAP S/4HANA spricht, stellt sich schnell heraus: Manche wollen gar nicht wissen, warum sie auf die neue Software umsteigen wollen, weil sie längst von ihr überzeugt sind. Ihnen geht es darum, wie der Wechsel am effizientesten zu machen ist. Andere benötigen noch einen Business Case für die interne Budgetrunde. Wieder andere wollen erst einmal wissen, was die Umstellung auf eine digitale Plattform für sie konkret bedeutet. Principal SAP S/4HANA Enterprise Architect Schäfer von SAP Consulting hat bereits mit mehr als 120 Unternehmen Discovery Workshops durchgeführt. Sie dienen dazu, sich kennenzulernen und die jeweils individuellen Mehrwerte zusammen mit dem Kunden zu identifizieren. „Für viele sind sie die Türöffner, SAP S/4HANA wirklich zu verstehen“, sagt Schäfer.

Discovery Workshops als Türöffner

Der IT-Fachexperte vergleicht die Situation gerne mit der eines Automobils, das mit Otto- oder Dieselmotor und allenfalls noch einem Navigationssystem ausgestattet ist. Schon heute kommen jedoch immer mehr digitale Bausteine hinzu, die etwa ein automatisches Einparken oder auch ein autonomes Fahren ermöglichen. Je nach Kunde macht das mehr oder weniger Sinn: Jemand, der im Jahr mehr als 30.000 Kilometer auf der Straße zurücklegt, wird sich über derartige Innovationen und Automatismen freuen. Wer hingegen das Fahrzeug als Zweitwagen für kurze Strecken zwischendurch nutzt, benötigt die High-End-Technologie eher weniger. „So ist es auch mit SAP S/4HANA“, sagt Schäfer, „der Kunde überlegt sich genau, welche Mehrwerte für ihn wichtig sind.“

Um im Bild der Autoindustrie zu bleiben: Autozulieferer haben in der Regel eingeschwungene Prozesse. Wegen des derzeit steigenden Kostendrucks liegt ihr Hauptinteresse darin, effizienter zu werden und kostengünstiger zu produzieren, nicht aber, mit einem radikal neuen Geschäftsmodell zu arbeiten. „Hier kann es Sinn machen, sich unter den vielen hundert Prozessen exakt jene herauszusuchen, die teuer, komplex und schwierig sind – und sie zu vereinfachen“, erläutert Schäfer. Autohersteller hingegen haben derzeit mehrere Herausforderungen zu meistern. Elektroauto statt Diesel, Sharing statt Besitz und Uber statt Taxi lauten die Schlagworte: Das bedeutet für die Mobilität insgesamt gravierende Veränderungen. Mit einer digitalen Plattformen sind die Unternehmen agil und flexibel genug, schnelle Antworten zu liefern. „Historisch gewachsene Systeme sind darauf nicht ausgelegt“, so Schäfer, „die Veränderungen sind zu gewaltig.“ Entsprechend grundlegend sollten nach Ansicht des SAP-Beraters auch die Anpassungen der Software sein, idealerweise SAP S/4HANA im Kern und eine Entwicklungsplattform (SAP Cloud Platform) für spezifische Anforderungen.

Die drei gängigsten Anwendungsbereiche

Das Spektrum individueller Anforderungen ist breit. Entsprechend loten die SAP-Spezialisten zusammen mit den Experten des Kunden aus IT, Fachbereichen und Geschäftsführung in den Discovery Workshops aus, welche Problemstellungen aktuell am wichtigsten sind. Was bedeutet es, auf SAP S/4HANA umzustellen? Worauf muss ich achten? Wo sind die konkreten Mehrwerte zu finden? Nach mehr als 120 Workshops hat das SAP-Consulting-Team die Antworten auf die wichtigsten Fragen parat und kennt die gängigsten Wertehebel:

  1. Finanzen transparent machen: Verändern sich die Rahmenbedingungen im Handel etwa durch Strafzölle oder eine neue Gesetzeslage, hilft es, die Auswirkungen auf das Geschäft des Unternehmens prognostizieren zu können. Mit SAP S/4HANA liegen Transaktionen und Geschäftszahlen in Echtzeit vor. Zudem ist es möglich, „Varianten und Szenarien adhoc durchzurechnen und auf einem Dashboard darzustellen“, erläutert Schäfer das neue Steuerungsinstrument. Im Workshop lassen sich die Vorteile von SAP S/4HANA für Finanzprognosen rollenbasiert und auf einem Dashboard zeigen.
  2. Marktanforderungen schnell adaptieren: Moderne Bezahlmethoden wie Applepay oder Paypal haben viele Finanzinstitute in Deutschland überrumpelt. Das liegt mit daran, dass heterogene und komplexe Systeme verhinderten, schnell und flexibel auf neue Anforderungen reagieren zu können. Wie in der Finanzbranche müssen auch die Autoindustrie oder der Handel mit neuen Marktanforderungen umgehen und möglichst umgehend auf diese Veränderungen reagieren können. Die Lösung ist auch hier: Eine digitale Plattform, die den Prozess beschleunigt, entsprechende Apps für die Kunden zur Verfügung stellen zu können. So sind im Versicherungsbereich heute Abrechnungsmodelle in der Entwicklung, die Versicherungskosten pro gefahrenen Kilometer auf Basis tagesaktueller Daten berechnen.
  3. Konsolidieren und vereinfachen: Einzelne funktionale Komponenten waren in der Vergangenheit über viele Systeme verteilt und sind nun im SAP-S/4HANA-Kern integriert worden. Diese Innovation von SAP vereinfacht auch die Systemlandschaft bei den Kunden. So können beispielsweise das SAP Business Warehouse, das SAP Warehousemanagement und CRM-Funktionalitäten im Kern „mitlaufen“, wie Schäfer erläutert. Dadurch reduziert sich eine komplexe Landschaft auf ein System, weshalb auch eine regelmäßige Synchronisierung der Daten wegfällt.

Roadmap: Der Zeitstrahl für die digitale Transformation

Das Ziel des Discovery Engagements ist, zusammen mit der Geschäftsführung einen Zeitstrahl zu entwickeln, auf dem zu erkennen ist, wann welche mehrwertstiftenden Anwendungsfälle konkret angegangen werden sollen. Diese Roadmap mit zu definieren und zu planen, ist Sache von SAP Consulting, die inzwischen auf jede Frage des Kunden die passende Antwort parat hat. „Niemand kennt die Anforderungen an den Change-Prozess, den aktuellen Stand der Funktionalitäten der Software und den Status der Integration von Funktionalitäten im Kern besser als wir“, ist Schäfer überzeugt, der einen engen Draht zur SAP-Entwicklung hat und meist mit dem gleichen Team beim Kunden ist. Eine gute Selektion und Vorbereitung der Value Service ist ein enormes Plus für die Umsetzung: Denn mehr als die Hälfte der dann anstehenden Projekte übernehmen letztlich SAP-Partner.

Weitere Informationen

Treffen Sie unsere Experten auf dem Deep-Dive: SAP S/4HANA Business Benefits & Projektbeschleuniger am 4. Februar 2020 in Walldorf.

Sie interessieren sich für einen Wechsel zu SAP S/4HANA? Auf der SAP NOW vom 19. bis 20. März in Berlin erfahren Sie im Rahmen einer geführten Tour ganz konkret, wie Ihr Unternehmen von der Initiative SAP S/4HANA Movement profitieren kann. Hier können Sie sich zum Event anmelden.