Mehr Inklusion fängt mit der Sprache an – auch in der Softwarebranche

In der Softwarebranche haben wir jahrelang sorglos Begriffe wie „Master und Slave“ oder „Whitelist und Blacklist“ verwendet, um Prozesse zu definieren und Daten zu klassifizieren. Manche werden sagen, dass diese Ausdrücke keine Bedeutung haben, da sie keine Menschen beschreiben und daher keine rassistischen Beweggründe vorliegen.

Doch Sprache hat enorme Auswirkungen auf Werte und kulturelle Normen. Sprache ist ein Ausdruck von Kultur und untermauert diese. Durch Sprache entwickeln wir Verhaltensmuster und Denkweisen, die unsere Erfahrungen prägen.

Im Rahmen unserer Initiative für soziale Gerechtigkeit und Gleichheit ergreifen wir Maßnahmen gegen beleidigende und diskriminierende Terminologien in der Softwarebranche. Unbewusste Voreingenommenheit, wie die Verwendung bestimmter Ausdrücke, trägt zu Diskriminierung und Beleidigungen im Alltag bei. Dies sorgt für negative Gefühle und psychologischen Stress bei Schwarzen und People of Color. Daher haben wir beschlossen, diskriminierende Begriffe durch inklusive Sprache zu ersetzen, die frei von vorurteilsbehafteten Ausdrücken oder Wörtern ist.

Uns war es wichtig, bei diesem Projekt einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen. Bei der neuen Terminologie, die wir heute einführen, geht es nicht darum, einzelne Wörter durch andere auszutauschen. Stattdessen soll eine sorgfältige Diskussion auf der Grundlage von Forschung und Best Practices bei der SAP und in der gesamten Branche stattfinden. Wir haben uns eingehend damit befasst, wie wir die Begriffe in Englisch und Deutsch in unserem gesamten Produktportfolio verwenden, denn auch eine sensible und wohlüberlegte Terminologie lässt sich nicht immer einheitlich übertragen. Dank der Mithilfe aller Unternehmensbereiche werden wir in Zukunft nicht nur über technisch präzise Terminologie verfügen. Die verwendeten Begrifflichkeiten werden auch inklusiv und aussagekräftig sein.

Die neuen Begriffe mit Anleitungen von SAP-Terminologieexperten sowie entsprechende Referenzen in deutscher Sprache stehen nun im SAP Help Portal zur Verfügung.

Unsensible Sprache zu ersetzen ist nur ein Aspekt der Inklusion. Wir alle müssen verstehen, welch wichtige Rolle jeder von uns bei der Bekämpfung von Diskriminierung spielt. Dazu gehört auch, dass wir im Kampf gegen Rassismus Stellung beziehen, um Veränderungen innerhalb und außerhalb unseres Unternehmens voranzutreiben.

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Gleichberechtigung Realität wird.


Jürgen Müller ist Chief Technology Officer und Mitglied des Vorstands der SAP SE. Er leitet den Vorstandsbereich Technology and Innovation.
Thomas Saueressig ist Mitglied des Vorstands der SAP SE und für den Vorstandsbereich SAP Product Engineering verantwortlich.