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Programmierbares Geld – Zentralbanken prüfen Eignung für die Token-Ökonomie

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Programmierbare Währungen gewinnen langsam, aber sicher an Bedeutung. Landesregierungen, Social-Media-Anbieter und jetzt auch Zentralbanken prüfen, wie physisches Bargeld in einer zunehmend tokenisierten Wirtschaft digital abgebildet werden kann.

Zwar sind wir noch weit davon entfernt, eine weltweit standardisierte digitale Währung einzuführen, aber öffentliche Organisationen und Privatunternehmen befassen sich mit den Herausforderungen und möglichen Einsatzbereichen, insbesondere B2B-Transaktionen in komplexen Lieferketten. Der Appell an Regierungen und Unternehmen ist eindringlich. 

„Es gibt eine globale Bewegung, die von Regierungen, Social-Media-Anbietern und Zentralbanken ausgeht, und die sich für die Entwicklung digitaler Währungen einsetzt“, sagte Peter-Antonius Bramm, Global Head of Central Banks bei SAP. „Privatunternehmen sehen darin einen Wettlauf, während Zentralbanken und Behörden die Sache kooperativer angehen. Jeder der Teilnehmer hat individuelle Ziele, berücksichtigt geopolitische Probleme, Monetarisierungsziele der Kunden und branchenspezifische Erfordernisse.“

Programmierbares Geld verspricht reibungslosen Zahlungsverkehr in der Zukunft

Ein mögliches Szenario ist, dass die Zentralbanken eine digitale Währung mit einer Logik unterlegen, sodass sie nur für einen bestimmten Zweck ausgegeben werden kann. Für große Unternehmen, die mit komplexen Lieferketten zu tun haben, verspricht die programmierbare Währung, dass die Zahlung sofort beim Wareneingang erfolgt. Das Potenzial für Effizienzgewinne ist enorm, unter anderem wird die für Abgleichsvorgänge aufgewendete Zeit drastisch reduziert.

„Programmierbares Geld hat seinen natürlichen Lebensraum im Internet. Dort ist es frei zugänglich und kann über zuvor isolierte Systeme hinweg genutzt werden“, erklärte Bramm. „Anstatt durch fragmentierte Webseiten von Organisationen und Zahlungsdienstleistern zu navigieren, würde die digitale Währung reibungslose Zahlungstransaktionen von Maschine zu Maschine ermöglichen und zwar genau zum Zeitpunkt des Wareneingangs.“.

Zahlungen von Maschine zu Maschine werden die Geschäftswelt revolutionieren

Eine programmierbare Währung wird natürlich auch Finanzanwendungen wie Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung verändern, ganz zu schweigen von Anwendungen für Supply Chain Management und Personalabrechnung. Es geht nicht nur um neue Effizienzgewinne durch die direkte Zusammenführung von Informationen, Prozessen und Zahlungen, sondern auch um Zahlungen von Maschine zu Maschine, die völlig neue Geschäftsmodelle eröffnen.

„Wird online bestellte Ware mit einer Drohne oder einem selbst fahrenden Elektrofahrzeug ausgeliefert, kann nicht nur die Zahlungsabwicklung sofort in Echtzeit erfolgen, sondern auch die Bereitstellung von digitalem Geld, um das Fahrzeug für die nächste Lieferung aufzuladen“, erklärte Alessandro Gasch, Senior Product Specialist beim SAP Innovation Center Potsdam. „Die sogenannte Machine-to-Machine Economy wird die Abwicklung von Geschäften grundlegend verändern.“

Zentralbanken mit Blick auf neuen digitalen Horizont

Programmierbares Geld wird von den Zentralbanken als praktikable Option angesehen – zum Teil infolge des zunehmenden Wettbewerbs durch souveräne Staaten, die auf globales Wachstum abzielen, und durch große Plattformanbieter, die bestrebt sind, aus beneidenswerten Nutzerzahlen Kapital zu schlagen.

„Wie wäre es, wenn Sie eine Euroanleihe in einer anderen Rechtsordnung außerhalb der EU verkaufen könnten und der Euro als digitales Geld von der Zentralbank auf die gleiche Weise wie Bargeld ausgegeben würde?“ fragte Bramm. „Dies ist eine Möglichkeit, das Korrespondenzbankgeschäft zu vereinfachen und dem Verkäufer Zentralbankgeld als eine „risikofreie“ Alternative zu bieten.“

Höhere Liquidität für den Geschäftsbetrieb

Eine programmierbare digitale Währung könnte die Rolle der Zentralbanken für immer verändern, denn sie könnten Großunternehmen, die an B2B-Transaktionen beteiligt sind, Mittel zur Verfügung stellen. Anstatt eine Kreditlinie zu eröffnen, könnten Unternehmen digitale Währungen von Zentralbanken nutzen, um die Liquidität zu erhöhen und mehr Umlaufvermögen freigeben, um es in die Optimierung der Abläufe zu investieren.

„Wenn ein Unternehmen das digitale Geld wie Bargeld hält und es sich dabei um Millionen handelt, könnte es den Zulieferern in der Logistikkette direkt Geld leihen, auf der Grundlage laufender und erwarteter Bestellungen“, betonte Bramm. „Bei renommierten Lieferanten würde dies das Geschäft am Laufen halten, vor allem in Zeiten der Ungewissheit wie nach der Pandemie.“

Auktionen mit einem Mindestpreis sind ein weiterer möglicher Anwendungsfall für programmierbare Währungen. Anstatt einen bankbestätigten Scheck zu einer Auktion mitzunehmen, um etwas Größeres wie ein Grundstück zu ersteigern, könnte das Unternehmen oder die Person programmierbares Geld aus einer beliebigen Anzahl separater Konten nutzen. Mit einem Smart Contract könnte sichergestellt werden, dass das für den Verkauf vorgesehene Geld nur freigegeben wird, wenn der Bieter den Verkauf gewinnt. Sobald die Transaktion abgeschlossen ist, wird sie automatisch in einem verteilten Hauptbuch erfasst, das auf Blockchain-Technologie basiert und mit dem Grundbuchamt verbunden ist.

Verlässliche digitale Zahlungen

Programmierbares Geld steckt noch in den Anfängen. Eine der größten Herausforderungen, insbesondere bei grenzüberschreitenden Zahlungen, ist die Verhinderung von Geldwäsche, Betrug und Finanzierung von Terrorismus. CBDC (Central Bank Digital Currency) ist der Oberbegriff für digitale Währungen, die von Zentralbanken ausgegeben werden. Sie können mit einer Logik programmiert werden, die Geldwäsche erkennt und somit Betrug verhindert und eindämmt.

„Dabei ist es unerheblich, ob die digitale Währung privat geschaffen oder von einer Zentralbank ausgegeben ist. Sie muss genauso preisstabil und vertrauenswürdig sein“, erklärte Bramm. „Einem Unternehmen wie einer Zentralbank zu vertrauen, bedeutet auch, der Wirtschaft des Landes zu vertrauen.“

Bramm rechnet im Laufe des Jahres mit weiteren Entscheidungen der Zentralbanken. China scheint zu den „Pionieren“ zu gehören, wahrscheinlich gefolgt von Zentralbanken in Asien, Europa und Kanada. Vor Kurzem gab die US-amerikanische Bankenaufsichtsbehörde OCC den Nationalbanken und Sparkassenverbänden grünes Licht, Stablecoins als Reservewährung zu halten. Ob mit wesentlichen Fortschritten zu rechnen ist, wird von den immer neuen Vorschriften und der Skalierbarkeit der Technologie abhängen. Was sich für Unternehmen und Verbraucher nicht ändern wird, ist die Verbindung zwischen Vertrauen und Geld, ob digital programmiert oder nicht.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Forbes.com in der Rubrik BrandVoice SAP veröffentlicht.

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