Solvay: Langjähriger SAP-Kunde setzt auf Nachhaltigkeit

Polymere sind für gewöhnlich kein Thema, über das wir uns viele Gedanken machen. Dennoch spielen diese chemischen Stoffe eine äußerst wichtige Rolle in unserem Leben. Sie kommen in zahllosen Bereichen zum Einsatz – von der Tiefseeforschung bis hin zu Wirbelsäulenimplantaten. Zu den Polymeren gehören unter anderem Kunststoffe, intelligente Hydrogele und Elastomere. Und genau diese Materialien kamen beim Bau der Solar Impulse zum Einsatz, dem ersten Flugzeug, das ohne einen einzigen Tropfen Treibstoff die Welt umrundete.

Fokus auf Innovation

Solvay, ein internationaler Konzern, der wissenschaftliche Lösungen entwickelt, stellt genau diese besonderen Materialien und Verbundwerkstoffe her. Das Unternehmen war einer der ersten Partner, die die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg unterstützten. 2016 schrieben die beiden mit ihrem solarbetriebenen Flug um die Welt Luftfahrtgeschichte. Vincent Colegrave, Head of Connected Research Journey bei Solvay, erläutert, welche Rolle das Unternehmens beim Projekt Solar Impulse spielte.

„Unsere Teams für Forschung und Innovation lieferten einen entscheidenden Beitrag dazu, das Gewicht des Flugzeugs mithilfe ultrastarker und ultraleichter Materialien zu reduzieren und die Energiespeicherfähigkeit seiner Batterien zu maximieren“, so Colegrave. Das Flugzeug hat eine Flügelspannweite von 72 Metern, wiegt aber in etwa so viel wie ein Jeep und hat ungefähr so viel PS wie ein Motorrad. „Für das Projekt haben wir über 6.000 Einzelteile unter Verwendung von 15 leistungsstarken Materialien entwickelt. Solar Impulse ist quasi unser Labor am Himmel.“

Polymere und Verbundwerkstoffe werden von Ingenieuren eingesetzt, um die schwierigsten Design-Herausforderungen der Welt in anspruchsvollen Branchen wie dem Bauwesen, der Luft- und Raumfahrt, dem Gesundheitswesen, Öl und Gas, Konsumgüter und Elektronik zu lösen. Neben Chemikalien und speziellen Lösungen für die Nahrungsmittelproduktion, den Bergbau und die Landwirtschaft gehören diese Materialien zum Spezialgebiet von Solvay, einem Unternehmen, das sich auf Technologien konzentriert, die in vielen Aspekten des täglichen Lebens Nutzen bringen.

How Chemistry Is Helping Solve the World’s Toughest Design Challenges

Auf Nachhaltigkeit ausgerichtet

Einer der größten Pluspunkte des Unternehmens ist seine Roadmap für eine nachhaltige Zukunft. Das Unternehmen schöpft die Möglichkeiten der Wissenschaft aus, um saubere Mobilität zu ermöglichen, den CO2-Ausstoß zu verringern und das Modell der Kreislaufwirtschaft umzusetzen.

Eine nachhaltige Lösung ist laut Solvay eine Lösung, die in sozialer und ökologischer Hinsicht zur Leistung der Kunden beiträgt und gleichzeitig für eine bessere Umweltbilanz in der Produktionsphase sorgt. Um dieses Gleichgewicht herzustellen, bewertet Solvay kontinuierlich die operativen und marktbedingten Risiken und Chancen in Bezug auf die Auswirkungen des Unternehmens auf die Umwelt gegenüber dem Beitrag, den seine Produkte für den Planeten und die Gesellschaft leisten.

Ziel des Unternehmens ist es, Menschen, Ideen und Elemente miteinander zu verbinden, um Fortschritt neu zu erfinden. Als Experten im Bereich Chemie wissen die Mitarbeitenden bei Solvay, dass Bindungen entstehen, wenn sich Elemente zu Molekülen verbinden und so die Welt um uns herum prägen. Sie sind davon überzeugt, dass Bindungen auch zwischen Menschen und den Ideen ihrer Mitmenschen entstehen können, sodass wir mit kollektiver Tatkraft gemeinsame Ziele verfolgen. In einer Welt, in der Ressourcen immer knapper werden und die Bevölkerung stetig wächst, reicht es nicht aus, neue Erfindungen zu entwickeln. Um ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu meistern, müssen wir die Art und Weise, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen, neu gestalten.

Langjährige Zusammenarbeit

Solvay gehört bereits seit den 1980er-Jahren zum SAP-Kundenstamm und war einer der ersten Kunden in den Benelux-Ländern. Die beiden Unternehmen arbeiteten sogar bereits zusammen, als die SAP noch gar kein Büro in Belgien eröffnet hatte.

„Die Entwicklung von Solvay hängt eng mit SAP zusammen“, meint Frank Delinte, SVP und Leiter des Bereichs IT Project Service Line bei Solvay. „Jeder Geschäftsbereich nutzt SAP für Transaktionen und um das Geschäft bei Solvay auszuweiten. Für die Zukunft hoffen wir, dass die SAP uns dabei unterstützen wird, unser Nachhaltigkeitsziel zu erreichen – vollständige Transparenz in Bezug auf den Produktkreislauf, die CO2-Bilanz und eine nachhaltige Beschaffung.“

Laut Delinte setzt das Unternehmen für seine weitreichende Nachhaltigkeitsagenda –  Solvay One Planet – auf gemeinsame Innovationen mit der SAP, um sich einen Wettbewerbsvorsprung zu verschaffen. Dabei ist die Finanzberichterstattung von entscheidender Bedeutung, insbesondere zu Themen im Bereich Umwelt, Gesellschaft und Governance. Delinte und Colegrave sehen die digitale Transformation als wichtigen Faktor für Nachhaltigkeit. Das Unternehmen will als Vorbild agieren – und das ist nur mithilfe eines systematischen Ansatzes zur Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern möglich, die dieselbe Vision verfolgen. Für Solvay ist die digitale Transformation sowohl grundlegender Bestandteil seiner Wachstumsstrategie als auch eine wichtige Möglichkeit, um neue Fachkräfte zu gewinnen.

Das Unternehmen ist auch darum bemüht, Talente zu identifizieren und im Unternehmen zu halten. In einer Welt, in der immer mehr Menschen für Unternehmen arbeiten möchten, die gesellschaftliches Engagement mit geschäftlichem Denken vereinen, bietet Solvay seinen Mitarbeitenden eine Reihe von Möglichkeiten, um zum firmeneigenen Nachhaltigkeitsprogramm beizutragen. So wurde zum Beispiel vor Kurzem ein interner Hackathon veranstaltet, bei dem Mitarbeitende bei Solvay im Vorfeld der Teilnahme von Solvay an der UN-Klimakonferenz COP26 ein Spiel entwickelten.

Die Grundidee des Spiels war simpel: Die Teilnehmenden reduzierten kiloweise CO2-Emissionen, indem sie sich zu bestimmten Aktionen verpflichteten. So achteten sie etwa darauf, im Alltag Wäsche bei niedrigeren Temperaturen zu waschen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder Produkte mit einer schlechten CO2-Bilanz zu vermeiden, beispielsweise Bananen. Während der zehn Tage, an denen das Spiel verfügbar war, nahmen knapp 1.800 Personen teil, die dank 7.500 registrierter Aktionen 950 Tonnen an CO2-Emissionen einsparten.

Unternehmen wie Solvay, die in die digitale Transformation investieren und sowohl Menschen als auch Nachhaltigkeit zum Kern ihres geschäftlichen Handels machen, gehören zu den Firmen, die am Ende auch besonders erfolgreich sind.