Low-Code/No-Code hilft dabei, Prozesse im Unternehmen zu automatisieren

Digital Office Index: Bereits über ein Drittel deutscher Unternehmen automatisieren Prozesse mithilfe von Low-Code/No-Code

SAP ermöglicht nicht nur Profientwicklern, sondern auch Fachbereichsmitarbeitern bestehende Geschäfts- und Verwaltungsprozesse zu automatisieren und damit die digitale Transformation zu beschleunigen. Laut einer Studie von Bitkom besteht in Zukunft vermehrter Bedarf nach Low-Code/No-Code Lösungen. Deren Potenzial wurde von vielen Unternehmen bereits erkannt.

Bisher setzen 34 Prozent der Unternehmen in Deutschland auf Low-Code/No-Code Ansätze – zumindest wenn es um die Automatisierung von Geschäfts- und Verwaltungsprozessen geht. Das geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom e.V. hervor, der alle zwei Jahre den Digitalisierungsgrad in Deutschland abfragt.  

Chatbots und Workflow Management als beliebteste Automatisierungsmöglichkeiten  

In welchen Bereichen nutzen Unternehmen Low-Code/No-Code für die Automatisierung von Unternehmensprozessen? Der Einsatz von Chatbots zur Beantwortung von Anfragen entpuppt sich mit 25 Prozent sich als gängigstes Anwendungsfeld. Zum großen Teil werden diese jedoch codiert, in lediglich 2 Prozent der Fälle kommen Low-Code/No-Code Lösungen zum Einsatz. 

Künstliche Intelligenz wird im Bereich Automatisierung selten verwendet, wenngleich ein steigendes Interesse seit der Studie von 2020 zu sehen ist. Lediglich 3 Prozent setzen bereits auf KI-Unterstützung bei der Beschleunigung von Arbeitsaufgaben durch automatisierte Prozesse (+3 Prozent). Nur in 4 Prozent der Fälle kommt dabei Low-Code/No-Code zum Einsatz. 3 Prozent der Unternehmen nutzt robotergesteuerte Prozessautomatisierung (+1 Prozent). Lediglich 1 Prozent der Unternehmen baut RPA Bots ohne oder nur mit geringem Programmierungsaufwand.    

Neben Chatbots ist die automatisierte Erkennung von eingehenden Dokumenten ein verbreitetes Anwendungsgebiet. Demnach setzen 21 Prozent der Befragten auf „Document Information Extraction“. Bereits jedes vierte Unternehmen nutzt dabei Low-Code/No-Code Ansätze (27 Prozent). Workflow Management zur Automatisierung von Verwaltungsprozessen ist mit 20 Prozent ein weitere gängiges Automatisierungsmöglichkeit. Jedes zehnte Unternehmen gab an, dafür Low-Code/No-Code Ansätze zu nutzen.  

Mangelnde Ressourcen als größte Hürde von Automatisierung

Die zurückhaltende Nutzung von Automatisierungstechnologien ist auf den Ressourcen- und Fachkräftemangel in vielen Unternehmen zurückzuführen. Dieser hat sich durch die Corona-Krise zusätzlich verschärft. 73 Prozent der Befragten bezeichnen den hohen Investitionsbedarf als größte Hürde bei der Digitalisierung insgesamt. Das sind 21 Prozent mehr als in der letzten Befragung vor der Pandemie aus dem Jahr 2018. Knapp zwei Drittel der Unternehmen beklagen, dass sie zu wenig qualifiziertes Personal für die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten verfügen. Diese zwei Drittel entsprechen 64 Prozent, 14 Prozent mehr als vor vier Jahren. Einmal mehr zeigt sich, dass Unternehmen in Zukunft mithilfe von Low-Code/No-Code vermehrt Fachbereichsmitarbeiter dazu befähigen müssen, Unternehmensprozesse- und Applikationen unabhängig der IT zu entwickeln.   

Dabei ist die Grundlage für die Anwendung von Low-Code/No-Code Plattformen durchaus gegeben. In jedem vierten Unternehmen werden Digitalisierungsprojekte federführend von Fachbereichsmitarbeitern getrieben, die sich in der Regel mit den für sie relevanten Unternehmensprozessen und -applikationen am besten auskennen. Vereinfachtes Entwickeln mit der Unterstützung von Low-Code/No-Code Lösungen könnte diese Projekte deutlich beschleunigen. Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter aus den Fachbereichen haben jedoch bei fast einem Drittel der Unternehmen keine Priorität, knapp 30 Prozent gaben an, nicht in die Weiterbildung von Beschäftigten zu investieren.  

Die Corona-Pandemie als Beschleuniger von Low-Code/No-Code

Es gibt klare Anzeichen für einen Aufwärtstrend, die auf eine steigende Nutzung von Automatisierung und Low-Code/No-Code vermuten lässt. Das hängt auch mit der Corona-Krise zusammen. 44 Prozent der Unternehmen erwarten eine beschleunigte Digitalisierung von Geschäftsprozessen durch Corona. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass der Einsatz von ERP-System in den letzten zwei Jahren nochmals um 18 Prozent auf insgesamt 95 Prozent gestiegen ist. Mittlerweile setzen 9 von 10 Unternehmen auf Cloud-ERP-Lösungen. Die Instandhaltung von Cloud-Infrastrukturen wird in Zukunft mit Blick auf den steigenden Fachkräftemangel Profientwicklern und Fachbereichsmitarbeitern gleichermaßen in Anspruch nehmen und den Wert von Flexibilität von Low-Code/No-Code Lösungen noch weiter vergrößern.  

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland will trotz Corona an bestehenden Investitionsplänen festhalten, 29 Prozent wollen ihre Investitionen sogar steigern.  

Studie Automatisierung Hintergrund:

Der Digital Office Index ermittelt im Auftrag von Bitkom e. V. den Grad der Digitalisierung von Büro- und Verwaltungsprozessen in Deutschland. Gefragt wurden 1,203 Unternehmen und Organisationen der öffentlichen Verwaltung in Deutschland. Diese hatten mindestens 20 Mitarbeitern im Zeitraum Dezember 2021 bis Januar 2022. Zu den Studienteilnehmern zählen Geschäftsführer, Vorstände, Behördenleiter, Leiter Digitalisierung (CDO), Leiter Informationstechnik (CTO), Leiter operatives Geschäfts (COO) und Leiter Finanzen (CFO).