Ideen-Mining: Gezielt neue Lösungen aufspüren

An guten Ideen mangelt es in den Unternehmen nicht, doch gehen sie ohne „Übersetzer“ oft verloren. Die Innovationsmanager von SAP Digital Business Services Middle & Eastern Europe (SAP DBS MEE) sind spezialisiert darauf, jene Themen zu finden, die dem Unternehmen wirkliche Mehrwerte bieten und sie gezielt umzusetzen.

Andreas Spahn kennt die Hürden und Hindernisse auf dem Weg zu Innovationen. Die meisten Unternehmen sind so organisiert, dass das derzeit erfolgreiche Geschäftsmodell optimal gesteuert werden kann. „Alle Unternehmensstrukturen, Prozesse, Werkzeuge und Kulturen sind darauf ausgerichtet, das zu tun, was sie schon immer getan haben“, sagt der Innovation & Technologie Architekt von SAP Digital Business Services MEE (SAP DBS MEE) Spahn. „Zwar verstehen die meisten Führungskräfte und Manager heute die Notwendigkeit von Innovationen. Schwierig ist jedoch die operative Umsetzung für den kontinuierlichen Erfolg von Innovationen.“

Da hat ein Mitarbeiter eine gute Idee für mehr Prozessautomatisierung, doch ist unklar, wie er sie adressieren soll, so dass sie letztlich nicht weiterverfolgt wird. In anderen Unternehmen geschieht genau das Gegenteil. Zu viele Ansätze werden parallel auf den Weg gebracht, sind aber nicht priorisiert. „Manche Unternehmen sind auch schlicht überfordert durch die Geschwindigkeit, mit der sich neue Technologien entwickeln und sich Geschäftsmodelle verändern oder fragen sich, wie sie neben dem laufenden Betrieb auch noch Innovationen auf den Weg bringen sollen“, sagt Spahn.

Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Deloitte sind es besonders die neuen Technologien und Trends (32 Prozent), die Unternehmen daran hindern, Innovationen zu etablieren. Sicherheitsbedenken (30 Prozent), Mangel an technischen Know-how (25 Prozent), unternehmenskulturelle Gründe (23 Prozent) und zu wenig Führung und digitale Management-Kompetenz (23 Prozent) kommen als weitere Hürden hinzu, die der Innovation im Weg stehen.

Ganzheitliches Innovationsmanagement: Vom Status Quo zur Innovation

Ein Universalrezept für alle Unternehmen, die Digitalisierung anzugehen, gibt es nicht. Die Unternehmen sind unterschiedlich groß und haben ihre individuelle Kultur und Erfahrung mit digitalen Themen. Besonders innovative Unternehmen haben oft bereits einen Chief Digital Officer ernannt, Digital Labs gegründet, Inkubatoren für Start-ups aufgesetzt oder betreiben aktives Technologie-Scouting, um die digitale Transformation voranzutreiben. Andere hingegen leben nach wie vor eine Null-Fehler-Kultur.

Wenn die Innovationsmanager Maria Fay, Andreas Spahn oder Lars Friedrich von SAP in ein Unternehmen kommen, stehen zunächst viele Fragen an: Wo steht das Unternehmen mit der „Digital Agenda“, welche Themen sind mit welcher Methode in der Umsetzung oder auf dem Radar, gibt es bereits eine Strategie, um das Netzwerk an Partnern mit einzubeziehen und wie werden Innovationserfolge gemessen?

Je nach Branche sind andere digitale Themen relevant und die Prioritäten der Fachbereiche unterschiedlich. „Das eine Unternehmen ist auf Sparkurs und deshalb besonders an Prozesseffizienz interessiert, andere wollen investieren, um zu wachsen“, erläutert Spahn. Um auf dieser Grundlage ein „ganzheitliches Innovationsmanagement“ zu etablieren, gehen die Innovationsmanager in jedem Unternehmen ähnlich vor: Startpunkt ist ein Assessment, in dem die Sicht des Fachbereichs mit der IT-Perspektive zusammengebracht wird und geeignete Innovationsthemen gemeinsam priorisiert werden. Auf dieser Basis werden dann ausgewählte Projekte gestartet und realisiert.  „Wir finden gemeinsam heraus, ob die Themen wirklich einen Mehrwert für das Unternehmen bieten oder es überhaupt Sinn macht, eine skalierbare Lösung zu bauen“, erläutert Spahn, der feststellt, dass Unternehmen derzeit häufig Digital-Plattform-Modelle beziehungsweise neue digitale Produkte und Services entwickeln und vermarkten wollen.

SAP DBS als Innovationsübersetzer: Formate für ein praktisches Innovationsmanagement

Doch wie entsteht aus einer visionären Unternehmensausrichtung, die einige Jahrzehnte in die Zukunft reicht, letztlich ein Innovationsmanagement, das die Leitplanken der Digitalstrategie eines Unternehmens in eine operative Umsetzung und portionsweise in die richtigen Bereiche des Unternehmens bringt? Innovationsmanager Lars Friedrich hat dafür je nach Anforderung eine Vielzahl an „Formaten“ zur Verfügung. Manche Kunden legen den Fokus auf Prozessoptimierungen, andere wollen mit Hilfe von maschinellem Lernen schnell Prototypen „verproben“ und wieder andere neue digitale Plattformmodelle entwickeln.

In der Regel startet Friedrich mit dem Innovation Assessment, ein etwa dreistündiger Workshop, in dem sowohl das Unternehmen als auch SAP ihre Sicht auf Innovationen darstellen. Friedrichs Ziel: Das „Narrativ“ des Unternehmens zu verstehen und auf die Zukunft ausrichten. Sprich: „Erfolgreiche Organisationen müssen exponentielle Form annehmen, um sich Offenheit und Transparenz auf völlig neue Arten zunutze machen“, sagt Friedrich. Mit Hilfe des Future-Maker-Formats schaut der SAP-Experte in die Zukunft. Welche Technologien werden 2025, 2030 oder 2040 wichtig sein und wie werden diese bevorstehenden Entwicklungen bestehende Geschäfts- und Plattformmodelle beeinflussen? Das Technologie-Radaraus dem SAP Innovation Center Network (SAP ICN) ermöglicht den Unternehmen – ähnlich wie Gartner in seinem Hype-Cycle – einen tiefen Blick in aktuell und künftig wichtige Technologientrends und bewertet sie für die jeweilige Situation und in der Industrie, in der sich ein Unternehmen befindet. Das von Change-Management-Experten der SAP und Dozenten der Universität Mannheim entwickelte Digital Capabilities Assessment von SAP Advisory Serviceswidmet sich der Unternehmenskultur. Digitale Transformation hat viel mit Veränderung zu tun. Sie erfordert die Bereitschaft, neue Ideen frühzeitig zu testen, Fehler zu akzeptieren, mit Wettbewerbern zusammenzuarbeiten und die selbstorganisierten Teams in den Mittelpunkt zu stellen – und nicht die Technologie. „Das gehört oft nicht zur gelebten Kultur von traditionellen Industrieunternehmen und klassischen Managementkulturen“, so Friedrich.

Darüber hinaus, organisieren die Innovationsmanager von SAP die Zusammenarbeit mit anderen Innovationseinheiten des SAP Ecosystems, unter anderem mit Startups von SAP.io oder SAP Startup Accelerator for Digital Supply Chain. „Daraus entsteht ein großes Potenzial, spezifische Kundenanforderungen zu erfüllen und zu adressieren, und über Integration mit SAP-Lösungen nahtlose End-to-End Prozesse zu gewährleisten“, erklärt Maria Fay, ebenfalls Innovationsmanagerin im SAP-DBS-MEE-Team. Ideen, die aus Explorationsaktivitäten entstehen und als neue SAP-Lösungen realisiert werden können, könnten Innovationsmanager zudem gemeinsam mit Kunden in Co-Innovation weiter voran bringen, sagt Fay.

Hack2Sol und Mode-2-Garage: „Herzeigbare Ergebnisse in einer Woche“

Wichtig für die Innovationskultur im Unternehmen ist, dass schnell klar wird, ob Ansätze sinnvoll sind und weiterverfolgt werden sollten. In einer „Innovation Fabrik“ eines Kunden aus der Chemiebranche etwa baut SAP DBS MEE derzeit Prototypen für maschinelles Lernen. „Innerhalb weniger Wochen ist klar, ob der Ansatz der richtige ist“, erläutert Innovationsmanager Friedrich. SAP bietet zudem mit Veranstaltungen wie Hack2Sol, innovativen Workspaces wiedie Mode-2-Garage und HackBots die Möglichkeit, zusammen mit SAP schnell und unkompliziert Prototypen zu bauen. „Das sind herzeigbare Ergebnisse oft innerhalb von einer Woche, die am Ende eines jeden Innovation Sprints mit Endkunden validiert werden“, sagt Friedrich, „ohne, dass ein Unternehmen viel Geld in die Hand nehmen muss.“ Zudem sind sie oft ein wichtiger Schritt, um weitere Interessenten für das Thema zu begeistern, die Machbarkeit nachzuweisen, eine Lösung zu entwickeln, die dem Endanwender und Kunden einen wirklichen Mehrwert bietet und nicht nur auf Annahmen basiert. Friedrich: „Neben der Technologie lernen die Unternehmen auch, was es heißt, in einem agilen Umfeld zu arbeiten und sich schnell auf Ideen zu konzentrieren, die den meisten Mehrwert für den Nutzer bringen.