Krebsforschung: „Das hier ist größer als unsere Arbeit. Es geht um Menschenleben.“

Drei junge Qualtrics-Mitarbeiter in Irland sammeln 500.000 Euro Spenden, um drei Krebsforscher drei Jahre lang zu finanzieren. Und das ist vielleicht erst der Anfang!

Diese Geschichte beginnt damit, was sein könnte: „Wenn wir eine größere Öffentlichkeit für unser Projekt bekommen, könnten SAP und Qualtrics einen noch viel größeren Beitrag zur Krebsforschung leisten“, erklärt Aisling MacNamara. „Das wäre erst der Anfang unserer Geschichte und nicht das Ende. Die Wirkung, die wir erzielen könnten, wäre unglaublich“, so Aisling weiter.

Jetzt aber noch einmal von vorne.

Die Idee: Krebsforschung finanzieren

2017 beschlossen Sarah Argue, Aisling MacNamara und Peter McGreevy, drei Qualtrics-Mitarbeiter in Dublin, Irland, das gesellschaftliche Engagement ihrer Niederlassung anzukurbeln. Die drei baten ihr Management um grünes Licht, um selbstständig ein Projekt auf die Beine zu stellen. Dieses sollte sich thematisch an das globale Qualtrics-Programm „5 for the Fight“ anlehnen, das sich dem Kampf gegen Krebs widmet.

Richtig voran ging es, als die drei nach einiger Recherche auf ihren Partner Breakthrough Cancer Research stießen. Gemeinsam entwickelten sie eine innovative Idee: Statt Geld zu spenden, sollten drei Krebsforscher für einen Zeitraum von drei Jahren finanziert werden. Dafür mussten die Kollegen die stolze Summe von 500.000 Euro auftreiben. Drei Jahre gaben sie sich dafür Zeit. Dann die große Überraschung: Als sie bei einer Mitarbeiterversammlung in Dublin ihre Idee und ein Video präsentierten, kamen innerhalb von 24 Stunden bereits rund 12.000 Euro zusammen.

Peter McGreevy erklärt, warum das Programm viele anspricht: „Bei uns ist es für die Spender greifbar, was mit ihrer Hilfe passiert. Die Krebsforschung ist langwierig, Durchbrüche passieren nicht über Nacht, daher wollten wir die Möglichkeit bieten, die Resultate konkret nachzuvollziehen, nämlich über die Anzahl der finanzierten Forschungstellen.“

Die Motivation: Neue Hoffnung Immuntherapie

Nach Angaben der World Health Organization ist Krebs die zweithäufigste Todesursache weltweit. Schätzungen der WHO zufolge starben 2018 9,6 Millionen Menschen an Krebs. Weltweit lässt sich einer von sechs Todesfällen auf Krebs zurückführen.

Das sind die Fakten. Doch fast jeder von uns kennt persönliche Schicksale. Dermot Costello, der Gründer der Dubliner Qualtrics-Niederlassung, starb im Januar 2018 an Krebs. „Er wollte nie im Mittelpunkt stehen“, erinnert sich Aisling. „Doch sogar in seinen letzten Wochen hat er uns sehr großzügig mit seiner Zeit unterstützt; sein Engagement war für uns eine riesige Motivation, weiterzumachen und an uns zu glauben.“

Die Spenden, die die drei Dubliner Kollegen gesammelt haben, fließen in die Immuntherapie, aktuell ein hoch relevantes Gebiet in der Krebsforschung. „Unsere Forscher könnten in den nächsten drei Jahren vielleicht auf etwas Neues stoßen, das der Behandlung oder Heilung von Krebs dient. Was als Idee begann, ist auf einmal Realität“, meint Sarah Argue.

Das Resultat: Spendenmarke bald erreicht

Ein wichtiger Teil des Erfolgs war, dass die drei ihre Kollegen, deren Familien und Freunde mobilisieren konnten. „Wir haben die Mitarbeiter eingeladen, sich selbst Aktionen auszudenken, zum Beispiel Spendenläufe, und sehr viele haben mitgemacht“, erklärt Aisling. „Gut war auch, dass wir unterschiedliche Events angeboten haben, um ein breit gefächertes Publikum zu erreichen“, fügt Peter hinzu. „Wir hatten verschiedenste Angebote für die einzelnen Zielgruppen, von Golfturnieren bis hin zu Pub Quizzes. Wir haben immer an das Kunden- bzw. Spender-Erlebnis gedacht.“

Schon jetzt hat das Team rund 450.000 Euro zusammen, innerhalb von zwei statt wie geplant drei Jahren. Bis Januar 2020 wollen sie die 500.000-Euro-Marke knacken. „Das haben wir von Grund auf alleine geschafft, ohne Budget und ohne Ressourcen“, erklärt Sarah stolz.

Ansporn für mehr – Krebsforschung war nur der Anfang!

Ihr Projekt hat inzwischen auch die globale Strategie von Qualtrics beeinflusst. „Nach unserem Modell hat sich Qualtrics jetzt zum Ziel gesetzt, 500 Forscher weltweit zu finanzieren“, so Peter.

Es brauchte Leidenschaft und Engagement, auch das soll gesagt sein. Die drei jungen Mitarbeiter investierten viel private Zeit und Energie und die Verantwortung lastete zum Teil schwer auf ihnen. „Das Projekt hat uns viel abverlangt. Aber das hier ist größer als unsere Arbeit, es geht um Menschenleben“, meint Sarah.

Die Nominierung für den Hasso Plattner Founders‘ Award ist für das Team Ansporn für mehr. Sarah: „Langfristig wollen wir „5 for the Fight“ als laufendes Programm etablieren, noch mehr Spenden sammeln und weitere Forscherstellen finanzieren, sodass unser Engagement Teil von allem wird, was wir tun.“

Fakten zum Finalisten

Vorschlag: Qualtrics EMEA: 5 For The Fight

Team: Sarah Argue, Aisling MacNamara, Peter McGreevy

Vorstandsbereich: Cloud Business Group

Leistung: Über die EMEA-Crowdfunding-Kampagne „5 For The Fight“ sammelte das Team Spenden zur Finanzierung von Krebsforschern. Im Rahmen dieser Mitarbeiterinitiative wurde die gesamte EMEA-Belegschaft mobilisiert, um sich geschlossen für ein gemeinsames Ziel einzusetzen. Bisher haben Mitarbeiter mehr als 30 Spendenaktionen organisiert. Dieser Erfolg hat Qualtrics dazu motiviert, die Initiative „5 For The Fight“ weltweit auszuweiten. So wurden innerhalb nur eines Monats mehr als eine Million US-Dollar an Spenden gesammelt. Das Projekt hat Wachstumspotenzial und kann auf alle Bereiche des Geschäfts- und Partnernetzes der SAP ausgeweitet werden. Damit steht es auch im Einklang mit der Vision der SAP, die Abläufe der weltweiten Wirtschaft und das Leben von Menschen zu verbessern.

Bedeutung: In weniger als zwei Jahren sammelte das Team über 450.000 Euro, um die Vollzeitanstellung von drei Krebsforschern sicherzustellen, die drei Jahre lang finanziert werden können. Außerdem fließen Spenden in die Immuntherapie, ein derzeit brandaktuelles Thema in der Krebsforschung. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, neue Behandlungsmethoden für Patienten zu erschließen.