SFS Group: Wie Befestigungslösungen intelligent werden

Wenn künftig Befestigungslösungen der SFS Group verbaut werden, sollen sie automatisch wichtige Informationen an die Zielgruppen senden. Ein entsprechender Prototyp wurde dank Design Thinking durch ein Team aus Fach- und IT-Experten innerhalb von einer Woche entwickelt.

Noch ist nicht klar, ob der neue digitale Service ein Preisschild bekommt oder direkt in die verkauften Produkte hineingerechnet wird: Sicher ist aktuell vor allem, dass der Business-Case, der im Herbst letzten Jahres entstanden ist, durchaus aufgehen kann. Das hatte Reto Buchli, Head of Corporate IT bei SFS Group, zwar gehofft, aber nicht unbedingt erwartet, als er ein Team aus Fachexperten und IT-Spezialisten nach Zürich in die SAP Mode-2 Garage der SAP Schweiz schickte. Für eine eher symbolische Summe von 5.000 Schweizer Franken stecken ein Expertenteam von SAP Services und Industrieunternehmen die Köpfe zusammen und entwickeln innerhalb von einer Woche einen Prototypen. Reto Buchli vom Spezialisten für Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten SFS Group hatte bereits Präsentationen anderer Unternehmen mit ihren Prototypen erlebt, bevor er sich ebenfalls für eine Woche im Innovationspark Zürich entschied: „Die Idee war schon da, wir wussten nur nicht, wie man sie softwaremäßig unterstützt.“ Und ob es überhaupt möglich ist.

Befestigungssysteme intelligent machen

Zwei Fragen standen also zu Beginn der Woche im Mittelpunkt: Ist die von SAP zur Verfügung gestellte Plattform für die Idee geeignet? Und: Lässt sich ein Business Case finden, der den Fachbereich zufriedenstellt? Die Kollegen aus der Division Construction, einer von sieben Divisionen der SFS Group, brachten ihre Hardware gleich mit. Die Befestigungssysteme enthielten diverse Sensoren. Die Intelligenz schlummerte allerdings noch in den Produkten des Traditionsunternehmens mit Hauptsitz in Heerbrugg nahe des Bodensees, das vor mehr als 90 Jahren als Eisenwarenhändler gegründet wurde und heute weltweit mehr als 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, bei einem Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro. Der Ablauf der Innovations-Workshops in der SAP Mode-2 Garage von SAP Services ist etabliert: In der Design-Phase, dem ersten Tag des einwöchigen Workshops finden sich Experten aus Fachbereich und IT ein, um die Idee zu überprüfen und mit Hilfe von Design Thinking nachzujustieren. Von Tag zwei bis vier geht es in der Build-Phase darum, ein Minimal Viable Product (MVP) zu entwickeln und eine Roadmap für die weitere Entwicklung zu definieren. „Die Woche endet mit der Show-Phase, in der eine Live-Demo des Prototypen stattfindet. „Schon fast 40  Unternehmen haben in der Mode-2 Garage erste Prototypen entwickelt“, erläutert Uli Eisert, der als Innovation Lead von SAP Services die SFS Group vor Ort unterstützt hat. 

Mit Design Thinking zum Prototyp: Personas Pablo und Mario – ihnen soll die Arbeit erleichtert werden

Pablo und Mario beherrschten den ersten Tag des Workshops von SAP Services und der SFS Group, für die Verkaufsleiter, Techniker und IT-Experten am Start waren. Die Bedürfnisse der Design-Thinking-Personas wurden im Detail analysiert und Lösungen skizziert, um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Etwas verspätet, am Dienstag-Nachmittag, stand die Entscheidung, diese beiden Personas weiter zu verfolgen, und zwei Tage später die technische Lösung: Sensordaten fließen in die SAP Cloud Platform, auf der sie ausgewertet und schließlich in einem Surveillance-Cockpit die wichtigsten Informationen dargestellt werden. Per App können die Personas auf die gewünschten Informationen zugreifen. „Nach einer Woche stand der Prototyp“, zeigt sich Buchli zufrieden. 

SAP Mode-2 Garage Prototyp: Initialzündung für das Traditionsunternehmen SFS Group 

Auch wenn die Einführung des neuen Produktes noch bevorsteht: Bei der SFS Group hat der Prototyp eine „Initialzündung“ ausgelöst, wie Buchli sagt. Schon bei der Live-Demo war die Divisionsleitung zugeschaltet. Inzwischen hat sich ein weiterer Geschäftsbereich dafür entschieden, in die SAP Mode-2 Garage zu kommen. „Sie bringen sogar Endkunden mit, die letztlich die Lösung einsetzen sollen“, erläutert Buchli. Für den IT-Manager ist die erste Woche in der SAP Mode-2 Garage ein Erfolg: Seit drei Jahren arbeitet der ehemalige Softwareentwickler und Berater schon in SAP-Projekten mit agilen Methoden. Doch ist der Ansatz bisher noch nicht so recht in den Fachbereich rüber geschwappt. Sieht ganz so aus, als wenn sich das jetzt ändern würde.

Weitere Informationen:

  • Innovate NOW! Interaktiver Workshop von der Automatisierung bis zur Datenstrategie, virtuell am 12. Mai 2020. Zur Agenda. Zur Anmeldung.
  • Erfahren Sie mehr über die SAP Mode-2 Garage im Switzerland Innovation Park Zürich.