Produktlokalisierung behält Oberwasser im Strudel der Krise

Manchmal scheint es, als würde Software unser Leben regieren, manchmal kann sie Leben retten.

In Wirtschaftskrisen wie der aktuellen kann Software aber auch einen Rettungsanker bieten. Neue Produktfunktionen in einer der am weitesten verbreiteten Lösungen für Geschäftssoftware helfen Unternehmen und Mitarbeitern, wirtschaftliche Risiken zu vermeiden – die Art von Risiken, die dauerhaft Ladentüren schließen und das Leben der Menschen auf den Kopf stellen.

Wirtschaftliche Entlastung in der Krise durch Softwareupdates

Die Ausbreitung des Coronavirus hat einen Dominoeffekt in Gang gesetzt, der Unternehmen und Mitarbeiter stark strapaziert: Geschäftsinhaber waren gezwungen zu schließen oder ihre Dienstleistungen einzuschränken. Das bedroht nicht nur ihre Existenzgrundlage, sondern auch die ihrer Mitarbeiter. Um die Auswirkungen auf Wirtschaft und Bevölkerung abzufedern, haben viele Länder Gesetze erlassen, die schnell umgesetzt werden mussten, um die Arbeitsplätze der Bürger zu schützen, die am dringendsten darauf angewiesen waren.

Unternehmen standen unter dem Druck, diesen neuen gesetzlichen Verpflichtungen und Steuervorschriften umgehend nachzukommen. Da viele steuerliche und rechtliche Anpassungen für Unternehmen die Vergütung ihrer Mitarbeiter beeinflussen, hat sich die Gesetzgebung besonders auf die Anwendungen für Personalabrechnungen und andere Human-Capital-Management-Lösungen (HCM) ausgewirkt. Entsprechend haben sich Unternehmen weltweit an die SAP gewandt, um rasche Hilfe in Form von Softwareupdates zu erhalten, die ihnen das Einhalten der geänderten Vorgaben ermöglicht.

“Wir haben uns nicht nur durch schnelle Reaktionen auf die Marktgegebenheiten abgehoben, sondern auch dadurch, dass wir Lösungen für die Praxis anbieten, die enorme sozioökonomische Auswirkungen auf Bürger, Unternehmen und Regierungen haben,” sagt Stefan Steinle, Leiter von SAP Globalization Services.

80 gesetzliche Schnellmaßnahmen zur Unterstützung der Kunden

Die SAP verfügt über eine solide Lokalisierungsstrategie, die für solche unerwarteten Notfälle konzipiert wurde. Egal, ob es um die Umsetzung zur Einhaltung rechtlicher Vorgaben in Bezug auf Einkommenssicherheit, die Buchung von Rückflugtickets für gestrandete Expat-Mitarbeiter oder Steuernachlässe für kleine und mittelständische Unternehmen geht – das Team Globalization Services (GS) kümmert sich darum.

Zur Bewältigung dieser Aufgabe strukturierte GS die Teams um, mobilisierte zusätzliche Ressourcen und steht in ständigem Kontakt mit internen und externen Experten. „Wir haben keine Mühen gescheut, um über 80 gesetzliche Schnellmaßnahmen umzusetzen, die unseren Kunden dabei helfen werden, die derzeitigen Hindernisse am Markt gut zu umschiffen“, sagte Stefan Steinle, Leiter von SAP Globalization Services. „Und zusätzlich zu all den Corona-bedingten rechtlichen Anpassungen stellen wir auch weiterhin die regulären Updates und gesetzlich erforderlichen Korrekturen bereit“, fügt er hinzu.

Globalization Services arbeitet eng mit Kunden und Partnern zusammen, um für jede relevante Änderung so schnell und effizient wie möglich eine Lösung zu liefern und diese Informationen öffentlich verfügbar zu machen. Nestlé ist ein globales Unternehmen, das in hohem Maße auf die von der SAP unterstützte Lokalisierung angewiesen ist, unabhängig davon, wo ihre Kunden tätig sind.

Anpassungen in HCM-Lösungen helfen Kunden weltweit

„Die Idee einer zentralen Informationsquelle für alle Änderungen, die mit COVID-19 zusammenhängen, ist toll“, so Mukesh Kumar Rai, SAP Total Quality Manager bei Nestlé für Asien, Ozeanien und Afrika südlich der Sahara. „Das ist für einen globalen Kunden wie Nestlé mit mehreren Länderversionen noch sehr viel nützlicher“, merkte er an.

Die SAP hält diesen Überblick über die relevanten gesetzlichen Bekanntmachungen für Lokalisierungen von SAP Payroll und SuccessFactors Employee Central Payroll aktuell. Drei Beispiele aus Spanien, Italien und Österreich zeigen den Umfang der rechtlichen Änderungen, die die SAP während der Corona-Pandemie in ihre HCM-Lösungen implementierte.

Beistand für Spanien

In Spanien, einem der Länder, die am härtesten von COVID-19 getroffen wurden, veröffentlichten Regierungsbehörden sechs gesetzliche Bekanntmachungen, die jeweils bis zu vier Änderungen umfassten. Diese Änderungen betreffen Zahlungen von Sozialversicherungen und Steuern, die Algorithmusänderungen bei Stammdaten, Berechnungen der Personalabrechnung und dem gesetzlichen Meldewesen erforderten.

Da die Analyse und Implementierung dieser Änderungen schnell erfolgen musste, teilten der Product Manager Gema Moraleda von SAP Spanien und Development Product Owner Carlos Moehlecke bei Treffen von Anwendergruppen Detailinformationen zu SAP-Lösungen und hielten Kunden über verschiedenste Kommunikationskanäle auf dem neuesten Stand.

Vertreter der Anwendergruppen, Kunden und Partner würdigten diesen Beitrag der SAP. Dazu schrieb Juan José Díaz Vázquez, Mitarbeiter des SAP-Partners Barrahache, in seinem Blog vom 26. März: „So wie es Zeiten für Kritik gibt, glauben wir von Barrahache auch daran, dass es Zeiten für Dankbarkeit gibt. Und in diesem Fall möchten wir unsere Anerkennung dafür aussprechen, wie SAP Spanien sich dafür eingesetzt hat, den spanischen Abrechnungsbenutzern in diesen komplizierten Zeiten, in denen wir gerade leben, Antworten zu liefern.“

In Spanien, einem der Länder, die am härtesten von COVID-19 getroffen wurden, wirkten sich gesetzliche Änderungen auf die Auszahlung der Sozialversicherung und Steuern aus und erforderten Änderungen der Algorithmen für Stammdaten, Lohnberechnung und gesetzliches Meldewesen.

Italien bei der Genesung helfen

Mitte März verabschiedete die italienische Regierung das Gesetzesdekret „Cura Italia“ (Italien heilen), das Maßnahmen wie den Aufschub für Steuerzahlungen, die Sonderbehandlung von Abwesenheiten, zusätzliche Boni und Beihilfen zur Unterstützung von Familien umfasste. Die größte Herausforderung bestand in der rechtzeitigen und korrekten Aktualisierung der Software mit den Bekanntmachungen, die einer gewissen Dynamik unterlagen. Die SAP nutzte alle möglichen Kommunikationskanäle, um etwaige Unklarheiten aufseiten der Kunden minimal zu halten.

Anpassung an das Kurzarbeitsmodell Österreichs

Österreich übernahm ein Modell der Kurzarbeit, das sich auf Arbeitslosenleistungen des Bundes stützt. Obwohl das Programm äußerst komplexe Änderungen an der von Unternehmen und Institutionen genutzten Software erforderte, gelang es dem GS-Team, die Analyse und Implementierung der erforderlichen Änderungen innerhalb von einer Woche abzuschließen. Bis zur zweiten Aprilwoche hatten über 600.000 Bürger Kompensationszahlungen aus diesem Programm beantragt. Aus diesem Grund hob die österreichische Regierung die verfügbaren Gelder zur Unterstützung des Kurzarbeitsprogramms um mehr als das Zehnfache, von 400 Millionen Euro auf 5 Milliarden Euro, an.

Stefan Steinle fasst die Reaktion von Globalization Services auf die weltweite Krise so zusammen: „Unser Beitrag geht über Lösungsexpertise, Flexibilität und kompetente Lieferung hinaus. Wir haben uns nicht nur durch schnelle Reaktionen auf die Marktgegebenheiten abgehoben, sondern auch dadurch, dass wir Lösungen für die Praxis anbieten, die enorme sozioökonomische Auswirkungen auf Bürger, Unternehmen und Regierungen haben.“


Renuka Abraham ist bei Globalization Services mit den Bereichen Kommunikation und Thought Leadership betraut.