„Innovationspotenziale fallen nicht immer gleich ins Auge“

Fehlerhafte Bestellungen korrigieren, per Bilderkennung Produkte bestellen oder den Chatbot als digitalen Assistenten einspannen: Prozesse profitieren von Innovationen wie maschinellem Lernen, Robotic Process Automation (RPA) oder Chatbots. Mit dem Explore Service und dem Quick Start Service hilft SAP Services Unternehmen, geeignete Innovationen zu selektieren und live zu setzen.

Was macht der Kunde? Welche Innovationen könnten für ihn interessant sein? Wie könnte ein konkreter Anwendungsfall aussehen? Das sind die drei Fragen, mit denen sich SAP Services als erstes auseinandersetzt, wenn es darum geht, wie Automatisierungen und Innovationen in ein Unternehmen gebracht werden können. Carsten Homeyer geht noch einen Schritt weiter: „Was ist direkt umsetzbar“, fragt der Head of Innovation Business Development bei SAP Services. Denn oft ist der Nutzen durch innovative Technologien gar nicht so weit entfernt, wie Unternehmen denken.

Explore Service: Systemnutzung und Transaktionen analysieren

„Innovationspotenziale fallen nicht immer gleich ins Auge“, sagt auch Jens Dirnberger. Deshalb ist es das Ziel des Spezialisten für SAP-S/4HANA-Services, innerhalb des so genannten Explore Services innerhalb von zwei Tagen jene Innovationen ausfindig zu machen, die wirklich nötig und sinnvoll sind. „Wir analysieren die Systemnutzung und finden heraus, welche Transaktionen besonders stark genutzt werden und wie hoch der Aufwand dafür ist, sprich: wie komplex der Prozess ist“, erläutert Dirnberger. Das Ziel besteht darin, für alle Unternehmensbereiche jene Prozesse zu finden, die automatisiert und durch Innovationen vereinfacht werden könnten. Der so genannte Spotlight One-time Report zeigt einem Kunden etwa, dass der personelle und manuelle Aufwand für den Finanzabschluss gegenüber dem Wettbewerb erheblich höher ist, vergleichsweise viele ausstehende Rechnungen die Liquidität beeinträchtigen oder in welchen Bereichen der Support besonders nötig ist. In einem Chemiekonzern zeigte sich, dass unter jährlich 15 Millionen Bestellungen jede Zehnte Fehler aufwies und manuell ergänzt oder korrigiert werden musste. Maschinelles Lernen sorgt inzwischen dafür, dass das System auf Basis von historischen Daten den überwiegenden Teil fehlender Felder automatisch ergänzt und Unstimmigkeiten erkennt.

Roadmap: Mit Quick-wins beginnen

Es stehen eine Reihe von innovativen Services zur Verfügung – im Fokus besonders: maschinelles Lernen, Chatbots, intelligente Robotic Process Automation (RPA) und Analytics. Einige sind bereits im eingesetzten SAP S/4HANA-System eingebettet, wie das „Cash Application Line-Item Matching“, mit dessen Hilfe offene Zahlungen gegen die eingegangenen Überweisungen abgeglichen werden und die Zuordnung teilweise automatisiert werden kann. Andere sind nicht „embedded“ und können damit auch von Unternehmen genutzt werden, die aktuell noch nicht SAP S/4HANA eingeführt haben. „Image Based Buying“ ist beispielsweise so ein Service, der anhand eines Fotos das entsprechende Produkt aus einem Katalog heraussucht und die Bestellung so vereinfacht. Hinzu kommen Services, die individuell für den Kunden auf Basis der SAP Cloud Platform entwickelt und implementiert werden. Am Ende des Explore Services steht eine Roadmap, die für das erste Jahr zunächst Technologien für Quick-wins enthält, aber auch Ziele für die kommenden Jahre definiert. „Mit überschaubarer Investition eine große Kostenersparnis, Effizienz und Effektivität erreichen“, steht nach Ansicht von Innovationsexperte Homeyer gerade während der Corona-Krise hoch im Kurs.

Quick Start Service von SAP Services: Technologien innerhalb von sechs bis acht Wochen live setzen

Nächster Schritt: Die Implementierung der definierten Technologien. „Dafür lässt sich gut auf dem Explore Service aufsetzen, denn hier ist eine Auswahl und Priorisierung der Technologien bereits getroffen worden“, erläutert Peter Engel, Solution Manager für SAP Intelligent RPA bei SAP . Sechs bis acht Wochen plant SAP Services dafür ein, bis Unternehmen schließlich Softwareroboter produktiv nutzen können. Entsprechende Teams bestehen aus etwa fünf Personen, einem Projektleiter und Entwickler von SAP-Seite sowie besonders Prozessspezialisten des jeweiligen Unternehmensbereiches. „Wichtig ist uns, den Kunden in allen drei Phasen des Projektes – also von der Vorbereitung über die Realisierung bis zum Go-Live – nicht nur zu unterstützen, sondern auch in der Entwicklung und den Definitionsprozessen auszubilden“, betont Engel. Nur so ist zu gewährleisten, dass der Kunde „Folge-Bots“ selbst entwickeln kann. Letztlich spannt das „Quick Start Service“ genannte Programm den Bogen noch weiter. Über die Implementierung von technischen Innovationen hinaus geht es darum, zusätzlich die strategische Entwicklung des Unternehmens über die digitalen Möglichkeiten zu bereichern. Engel nennt das „Moonshot Ideas“. Wenn etwa Behälterhersteller nicht länger nur ihre Produkte verkaufen, sondern auch technologisch in die Lage versetzt werden, die Füllstände von Gasen und Flüssigkeiten online zu kommunizieren, spielen plötzlich Services eine wichtige Rolle. „Damit unterstützen die Bots nun auch die Geschäftsstrategie“, erläutert Engel.

Wichtig ist uns, den Kunden in allen drei Phasen des Projektes – also von der Vorbereitung über die Realisierung bis zum Go-Live – nicht nur zu unterstützen, sondern auch in der Entwicklung und den Definitionsprozessen auszubilden. (Peter Engel, Solution Manager SAP Intelligent RPA, SAP Services)

Off-Site-Delivery-Modell: Ferngesteuerte Projekte ausbauen

Die Corona-Pandemie geht auch an SAP Services nicht spurlos vorbei. Einen „Sinneswandel“ stellt Carsten Homeyer aktuell fest. Zwar hat SAP bereits in den letzten Jahren etwa 6.000 Projekte aus der Ferne betreut. Doch jetzt weicht die Erwartungshaltung bei einigen Kunden auf, die eine physische Präsenz des Teams einforderten. Workshops finden derzeit fast ausschließlich virtuell statt. „Dann arbeiten wir nicht von neun bis 18 Uhr durch – das ist online zu anstrengend“, erläutert Homeyer. Stattdessen bündelt SAP die Vermittlung in mehreren kürzeren Einheiten – mit „ähnlich guten Ergebnissen“, so Homeyer. Mit dem „Off-Site Service Delivery Framework“ hat SAP nun übrigens ein Angebot geschaffen, dass der reinen Remote-Lieferung eine besondere Priorität gibt. Das ist aktuell sicher keine schlechte Idee: Denn viele Unternehmen werden auch künftig darauf achten müssen, dass ihre Mitarbeiter Distanz halten und so das Ansteckungsrisiko senken.

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