Wie SAP und Deutsche Börse der Finanzindustrie den Weg in die Public Cloud ebnen

Kaum eine Branche unterliegt strengeren regulatorischen Anforderungen als die Finanzindustrie. Für Finanzdienstleister, die sensible Daten und Anwendungen in die Cloud migrieren, bringt dies zahllose Herausforderungen mit sich. Um den Weg in die Cloud sicherer zu gestalten, hat SAP gemeinsam mit der Deutschen Börse, einem internationalen Anbieter von Marktinfrastruktur für Börsen, eine Lösung geschaffen: ein Rahmenwerk für das sichere und regelkonforme Hosting sensibler Finanzdaten in der Cloud.

Für viele Akteure in der Finanzbranche ist der Weg in die Cloud noch weit. Als eines der ersten Unternehmen der Branche setzt die Deutsche Börse im Rahmen einer Multi-Cloud-Strategie auf diese Technologie. Sie migriert Kerngeschäftsprozesse in die Cloud, um Innovationen und Agilität zu fördern. „Beim Umstieg in die Cloud benötigen wir IT-Lösungen, die uns die volle Kontrolle geben sowie die Datenhoheit und den Schutz sensibler Finanzdaten gewährleisten. Letzteres hat oberste Priorität“, bringt Dr. Christoph Böhm, CIO/COO und Vorstandsmitglied der Deutschen Börse Group, die zentrale Herausforderung auf den Punkt. Nur so könne das Unternehmen sowohl den strengen regulatorischen Anforderungen gerecht werden als auch flexibel auf Marktveränderungen reagieren.

Die Cloud-Technologie bringt der Deutschen Börse entscheidende Vorteile: „Time-to-Market und Skalierbarkeit sind wichtige Erfolgsfaktoren für Finanzdienstleister – und über die Cloud am besten zu gewährleisten“, sagt Luka Mucic, CFO und Vorstandsmitglied von SAP SE. „Sie ist das Herzstück intelligenter technologischer Innovationen.“ Allein die schiere Größe ihrer Rechenleistung und Datenspeicherung sowie die enorme Ausfallsicherheit und Agilität sprechen für den Umzug in die Cloud.

Finanzdienstleister streben verstärkt in die Cloud

Daher ist nachvollziehbar, dass die Cloud-Euphorie im Bankensektor wächst. Das ist das Ergebnis einer aktuellen PwC-Studie. Demnach setzen bereits 78 Prozent der deutschen Banken auf Cloud-Dienste, 25 Prozent mehr als noch 2018. Gut die Hälfte der Banken, die Cloud-Dienste derzeit noch nicht nutzen, plant, dies in absehbarer Zeit zu tun. Karsten Wilop überrascht das nicht: „Cloud-Technologien sind unabdingbare Voraussetzung, um den digitalen Wandel voranzutreiben und erfolgreich zu gestalten“, sagt der PwC-Experte.

Obwohl vor allem Hyperscaler wie Google Cloud, AWS Azure & Co. als wichtige Wegbereiter für Innovationen im Bereich Financial Services gelten, haben Banken damit derzeit allerdings noch deutliche Berührungsängste. Aktuell verarbeiten Finanzdienstleister hauptsächlich unkritische Daten in entsprechenden Cloud-Umgebungen. Der PwC-Studie zufolge ist dies vor allem dem hohen Sicherheitsbedürfnis (82 Prozent), der Angst vor Compliance-Verstößen (53 Prozent) sowie unklaren regulatorischen Anforderungen (49 Prozent) geschuldet.

SAP ebnet den Finanzdienstleistern mit seiner Intelligent-Enterprise-Strategie den Weg in die Cloud – und damit zu innovativen Financial Services. Gemeinsam mit der Deutschen Börse hat SAP jetzt ein Rahmenwerk für die regelkonforme Nutzung der Cloud im streng regulierten Finanzumfeld entwickelt. Es basiert auf der Lösung SAP Data Custodian, vereinfacht das Hosting von sensiblen Daten und SAP-Workloads in der Google-Cloud und soll Finanzdienstleistern künftig helfen, Innovationen schneller voranzutreiben. „Die Referenzlösung stellt die Weichen für ein effizientes Risikomanagement in der Cloud – und zwar ohne dass dadurch Geschwindigkeit und Skalierbarkeit verloren gehen“, sagt Böhm.

Die Lösung SAP Data Custodian ermöglicht Banken, selbst zu entscheiden, in welchem Rechenzentrum ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden. Zudem liefert die Lösung den Nutzern detaillierte Berichte über den Zugriff auf und die Bewegung von Daten. Proaktive Warnmeldungen helfen, Sicherheitsverletzungen oder Richtlinienverstöße frühzeitig zu erkennen. Innovative Verschlüsselungskonzepte sorgen für maximalen Datenschutz. „SAP Data Custodian sorgt dafür, dass die kryptografischen Schlüssel ausschließlich beim Finanzdienstleister bekannt sind. Der jeweilige Hyperscaler kann nicht darauf zugreifen“, unterstreicht Mucic.

SAP Data Custodian sorgt für mehr Sicherheit bei der Cloud-Migration

Konkret bedeutet das: Finanzdienstleister erhalten nicht nur vollen Einblick darüber, wo ihre Daten in der global vernetzten Cloud gespeichert sind und wer sie einsieht. Sie profitieren auch von zuverlässigen Richtlinien für das Storage-Management sowie einem flexiblen Zugriff. Deshalb stellt die Blaupause den idealen Cloud-Einstieg für die Finanzwirtschaft dar. Viele Unternehmen wollen in die Cloud wechseln oder Cloud-Anwendungen von SAP nutzen, haben aber noch Bedenken im Hinblick auf Datenschutz oder Compliance. „Gerade auch diesen Unternehmen bietet SAP Data Custodian eine Sicherheit, die es bisher nur in On-premise-Umgebungen gab“, so Mucic.

„Unser Proof of Concept mit der Deutschen Börse zeigt, dass Cloud-Anwendungen selbst höchsten Compliance-Anforderungen der Finanzindustrie gerecht werden können“, konkretisiert der SAP-Vorstand den Mehrwert der hochleistungsfähigen Lösung. Sie stellt die Weichen für zuverlässige Datensicherheit in Cloud-Szenarien und ist für alle Hyperscaler verfügbar. Mittelfristig soll SAP Data Custodian deshalb zur zentralen Lösung für Zugriffstransparenz und -kontrolle für Cloud-Lösungen der Finanzwirtschaft werden, aber auch anderer Branchen.

Sie möchten mehr über das neue, sichere Hosting von sensiblen Finanzdaten und SAP-Workloads in der Public Cloud erfahren?

In einer gemeinsamen Session „7th Heaven for Hosting Regulated Data and Workloads in the Cloud“ im  Rahmen der diesjährigen SAPPHIRE NOW stellten Dr. Christoph Böhm und Luka Mucic den Proof of Concept im Detail vor und ermutigten andere Unternehmen aus regulierten Branchen zum Schritt in die Cloud.