Wie mit SAP-Technologie aus Plastikmüll nachhaltige Mode wird

Seit Jahrzehnten wissen wir, dass sich das Klima der Erde verändert und unser Einfluss auf die Umwelt nicht von der Hand zu weisen ist. Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC) der Vereinten Nationen veröffentlichte vor Kurzem eine Studie, in der dringlicher als je zuvor vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt wurde. Dieser Weckruf sollte uns allen bewusst machen, dass wir handeln müssen, um für eine nachhaltige Zukunft zu sorgen.

Als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit muss die SAP eine Vorbildrolle einnehmen – etwa mit der Verpflichtung, bis 2023 klimaneutral zu werden – und Unternehmen dabei helfen, ihr Wachstumspotenzial zu erschließen. Möglich wird dies, indem zirkuläre Geschäftsmodelle mit praktischen und skalierbaren SAP-Lösungen wie SAP Product Footprint Management optimiert werden, die es Unternehmen erlauben, Treibhausgasemissionen in ihren durchgängigen Geschäftsprozessen nachzuvollziehen. Die SAP konzentriert sich auf Innovationen, die Kunden dabei helfen, sich nachhaltiger zu entwickeln. Doch wir alle sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um nachhaltiger zu leben, beispielsweise indem wir alternative Transportmittel nutzen oder weniger Einwegplastik verwenden.

Eine Kreislaufwirtschaft ist nur dann möglich, wenn Unternehmen und Verbraucher sich bemühen, Materialien weiter- und wiederzuverwenden und einen zirkulären Ansatz verfolgen, bei dem Waren produziert, genutzt, zurückgegeben und recycelt werden.

Ressourcen entlang der Wertschöpfungskette verfolgen und einsparen

Um Kreislaufmodelle umzusetzen, muss man Liefer- und Wertschöpfungsketten über alle Branchen hinweg von Grund auf neu überdenken, um durchgängig Transparenz zu schaffen. Die SAP hat im Rahmen ihrer Bemühungen, aus Abfall wertvolle Ressourcen zu schaffen, SAP Rural Sourcing Management entwickelt – eine Lösung, mit der Ressourcen entlang der Wertschöpfungsketten besser verfolgt werden können. Die Lösung ermöglicht es Unternehmen, ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu begreifen, zu kontrollieren und zu handhaben. Schätzungen zufolge verursacht die Modebranche 10 Prozent aller CO₂-Emissionen weltweit. Laut dem Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen wird erwartet, dass die in diesem Sektor verursachten Emissionen bis 2030 sogar um mehr als 60 Prozent ansteigen werden, wenn nicht bald nachhaltigere Produktionsmethoden angewandt werden.

Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie SAP Rural Sourcing Management den Weg für die Kreislaufwirtschaft ebnen kann, ist ein nachhaltiges Netzwerk in Ghana für Müllsucher sowie Recyclingunternehmen, Hersteller, Marken und Konsumenten aus der Modebranche. In Afrika werden weniger als 20 Prozent aller Kunststoffabfälle recycelt, während die Europäische Union bis 2025 ein Ziel von 50 Prozent festgelegt hat. Ghana hat sich verpflichtet, aus dieser Not eine Tugend zu machen. Das Land baut eine heimische Recyclingindustrie auf, die Arbeitsplätze schafft und eine saubere Umwelt fördert. Innerhalb der städtischen Gebiete in Staaten wie Ghana ist Abfallsammeln ein Mittel zum Überleben. Viele Stadtbewohner haben jedoch wenig Einsicht in den Marktpreis der gesammelten Materialien, sodass sie mitunter einer undurchsichtigen Preispolitik unterlegen sind.

Nachhaltige Produktion durch digitale und transparente Logistik

Durch die Implementierung von SAP Rural Sourcing Management können Abfallsammler in Ghana direkt Kontakt mit Dienstleistern in der Abfallentsorgung aufnehmen, um einen fairen und transparenten Lohn zu erhalten. Die Kunststoffe gelangen dann an die Recyclingunternehmen und dort zu wiederverwendbaren Ressourcen recycelt. Möglich ist auch der Transport des Kunststoffs zu verschiedenen Fabriken und Herstellern, wo er für die Produktion von Modeartikeln Verwendung findet. Mithilfe des SAP Logistics Business Network ist eine vollständige Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Logistikkette möglich. So stellt man sicher, dass Erwartungen und Standards für eine nachhaltige Produktion und faire Bedingungen vorhanden sind.

Um die Geschäftsabläufe in Modeunternehmen zu verknüpfen und zu verwalten, unterstützt die SAP Marken und Einzelhändler, die den Wert von Produkten nach dem Verkauf über Re-Commerce erfassen und kontrollieren möchten. Ziel ist es, spezifische Geschäftsprozesse im Bereich Re-Commerce zu ermöglichen und zu verbinden, zum Beispiel Rückkauf, Verwaltung und Weiterverkauf gebrauchter Waren sowie die Verfolgung wichtiger Finanz-, Kunden- und Nachhaltigkeitskennzahlen. Jede Modemarke kann Transparenz sicherstellen und das Re-Commerce-Geschäft steuern, um die Chancen, die sich bieten, voll auszuschöpfen – darunter ein profitables Geschäft durch den Weiterverkauf sowie positive Auswirkungen auf die Umwelt, die Kundenakquisition und den Mehrwert für Kunden.

Die SAP-Technologie bietet Lösungen, die schwerwiegende Umweltprobleme wie Kunststoffabfälle in integrale Bestandteile der Kreislaufwirtschaft verwandeln können. Mithilfe dieser Technologie können Menschen und Unternehmen mit gemeinsamen Werten zusammen eine nachhaltigere Wertschöpfungskette schaffen, in der Waren verwendet, zurückgegeben und wiederverwendet werden und so neuen Nutzen finden.


Katrin Lehmann ist Leiterin des Bereichs Customer Innovation & Maintenance bei der SAP.