Auf der SAP Sapphire hat SAP Mitte des Jahres die Bedeutung ihres Business-Transformation-Management-Portfolios für das Autonomous Enterprise und die SAP Business AI Platform definiert. Dabei werden Prozessintelligenz, Unternehmensarchitektur, digitale Abläufe und Transformation als Grundlagen für die Implementierung, Steuerung und Skalierung von KI-Agenten in Unternehmen genutzt.

Auf dem SAP Transformation Excellence Summit in Atlanta stellte die SAP die neuesten Innovationen für SAP Signavio, SAP LeanIX, WalkMe und SAP Cloud ALM vor. Gemeinsam bilden diese Funktionen das Fundament, das Unternehmen benötigen, um Agenten durchgängig steuern zu können.

Transparente Systemlandschaften schaffen, Prozesse optimieren und Teams sicher durch Veränderungen führen

SAP Signavio bietet neue Funktionen und optimiert KI-Agenten

SAP Signavio bettet KI in alle Phasen der Prozesstransformation ein und bietet Unternehmen die notwendige Basis, um KI-Agenten souverän einzusetzen. Für Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Nutzung von KI für sie sinnvoll ist; es geht darum, wo sie den größten Nutzen bringt und wie gewährleistet wird, dass die Agenten, die in ihrem Namen handeln, zuverlässig arbeiten. Das neueste Release von SAP Signavio bietet darauf Antwort: KI-Agenten werden in alle Bereiche der Suite integriert, um Transformationen schneller und einfacher zu machen. Zudem werden Unternehmen dabei unterstützt, KI-Agenten noch effizienter zu gestalten, indem ihnen das notwendige Wissen und die erforderliche Governance bereitgestellt werden, um echten Mehrwert schaffen zu können.

Mit dem aktuellen Release des Process Consulting Agent werden zum Beispiel Process-Mining-Funktionen eingeführt. So können Daten zur Leistungsfähigkeit von Prozessen in SAP- und Nicht-SAP-Umgebungen analysiert und Engpässe identifiziert werden. Zudem sind Empfehlungen dazu verfügbar, wo Agenten den größten Mehrwert bringen.

Zu wissen, wo Handlungsbedarf besteht, ist nur der erste Schritt. Um Potenzial voll auszuschöpfen, sind Prozesse notwendig, die von Grund auf für KI konzipiert sind. Der neu gestaltete SAP Signavio Process Modeler wartet deshalb mit KI-gestütztem Prozessdesign und integrierten Governance-Strukturen auf. Er ermöglicht es Teams, in Echtzeit zusammenzuarbeiten, und bietet über eine zentrale Arbeitsfläche Konnektivität in der gesamten Suite. So wird die Prozessmodellierung schneller und zugänglicher und ist auf die Arbeitsweise von Teams ausgerichtet.

Gutes Prozessdesign gibt die allgemeine Richtung vor. SAP Signavio Process Intelligence schließt dann den Kreislauf mit KI-basierten und agentengesteuerten Analysen. Die Lösung stellt eine zunehmend autonome Überwachungsfunktion bereit, die Arbeitsprozesse verfolgt und Teams bei der Umsetzung von Empfehlungen unterstützt.

Damit Agenten Empfehlungen im jeweiligen Kontext und innerhalb klar definierter Rahmenbedingungen umsetzen können, dient SAP Company Memory – derzeit als Preview verfügbar – sowohl Mitarbeitenden als auch KI-Agenten als einheitliche, durchgängige Quelle für die Regeln, Standards und das Prozesswissen eines Unternehmens.

SAP Signavio stellt die Prozessintelligenz-Ebene bereit, auf der KI sowohl Mitarbeitende bei der Prozessanalyse als auch Agenten bei der Umsetzung unterstützt. Das wirft die Frage nach der Unternehmensarchitektur auf, die KI-Agenten zugrunde liegt.

Architecture Intelligence mit SAP LeanIX in die Realität umsetzen

Obwohl Unternehmensarchitektur seit Langem zu den strategisch wichtigsten Bereichen in jedem Unternehmen zählt, wurde ihr Wert selten außerhalb des Architektur-Teams wahrgenommen. Mit SAP LeanIX ändert sich das. Das Wissen rund um die Unternehmensarchitektur gelangt damit direkt dorthin, wo es gebraucht wird: zur IT-Leitung, um Entscheidungen zum Portfolio treffen zu können; zu den Fachkräften, die umfangreiche Transformationsprojekte steuern; und zu den Verantwortlichen für KI-Governance, die für eine wachsende Zahl von Agenten zuständig sind.

Um diese Tätigkeiten ausüben zu können, ist die Kenntnis der Lösungsarchitektur unumgänglich – und zwar aus erster Hand, nicht nur in der Theorie. Im Enterprise Knowledge Repository sind deshalb erprobte Architekturgrundsätze, Sicherheitsstandards und technische Entscheidungen hinterlegt, auf die Agenten beim Schlussfolgern zurückgreifen können. So wird aus einem dokumentierten Standard ein aktiver Kontext, der das Design der Agenten und ihr Laufzeitverhalten mitbestimmt. Der AI Enterprise Architect Assistant wurde erweitert, um Echtzeit-Workspace-Daten, Branchen-Benchmarks und Best Practices von SAP zu kombinieren und damit komplexe Architekturentscheidungen zu ermöglichen, bei denen menschliches Urteilsvermögen durchgehend erhalten bleibt.

Der SAP AI Agent Hub bildet das Fundament für unternehmensweite KI-Governance. Er erfasst Agenten, Large Language Models und MCP-Server (Model Context Protocol) im gesamten Unternehmen, ordnet sie Bereichen und Verantwortlichen zu und macht Governance so zu einer laufenden operativen Aufgabe. Der neue AI Governance Assistant bettet Compliance-Vorschriften der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz und des National Institute of Standards and Technology direkt in diese Datenbank ein. Zudem automatisiert der Assistent die Risikoklassifizierung und führt eigenständig eine Neubewertung durch, sobald es zu Änderungen bei den Systemen kommt.

KI verändert Unternehmensprozesse von Grund auf – in einem Tempo, mit dem traditionelle Governance-Ansätze nur schwer Schritt halten können. Vor diesem Hintergrund stellt SAP LeanIX unter Beweis, dass Architecture Intelligence nicht mehr ausschließlich den Fachleuten vorbehalten ist. Sie ist das architektonische Rückgrat, auf das jedes Unternehmen angewiesen ist, um im Zeitalter von KI mit Zuversicht wirtschaften zu können.

Vertrauen in die Architektur allein führt jedoch nicht automatisch zu einem veränderten Verhalten bei den Mitarbeitenden. Und genau hier kommt das WalkMe-Portfolio ins Spiel.

UI-Agent als Begleiter in jeder Anwendung

Transformation ist nur dann erfolgreich, wenn Menschen tatsächlich die Art und Weise ändern, wie sie arbeiten.

Drei Jahre nach dem Aufkommen der Unternehmens-KI wird dies anhand von Zahlen deutlicher als je zuvor: In einer Gartner-Studie gaben 87 Prozent der IT-Verantwortlichen an, dass KI-Akzeptanz sich nicht von selbst einstellt. Und nur 8 Prozent der Mitarbeitenden nutzen KI tatsächlich auf sinnvolle Weise. Der Hauptgrund dafür ist, dass KI nach wie vor oft nicht in Arbeitsabläufe integriert ist. Mit seinen neuen innovativen Funktionen schließt WalkMe genau diese Lücke.

Kontextbezogene KI-Unterstützung integriert KI-Tools – darunter Joule Agents, Assistenten und Instruktionssätze zur Ausführung bestimmter Workflows oder Aufgaben – proaktiv in die Arbeitsprozesse von Mitarbeitenden, sowohl in SAP- als auch in Nicht-SAP-Anwendungen. Damit kann die richtige Person zum richtigen Zeitpunkt die passende Funktion nutzen. Governance-Kontrollen steuern dabei, welche Agenten ausgeführt werden, wer auf sie zugreifen kann und wann sie zum Einsatz kommen.

KI sichtbarer zu machen ist jedoch nur ein Teil der Lösung. Agenten müssen nach wie vor in der Lage sein, Aktionen auszuführen. Weite Teile des Unternehmens sind jedoch nicht über eine Programmierschnittstelle erreichbar. Der UI-Agent von WalkMe, mit dem Nutzer interagieren können, löst dieses Konnektivitätsproblem. Er weitet die Reichweite von Joule auf Altsysteme, kundenspezifische ERP-Umgebungen und Drittanbieteranwendungen aus, die für herkömmliche Agenten schlicht nicht zugänglich sind.

Zwei neue Funktionen machen dies im großen Maßstab möglich: AI Authoring versetzt Teams in die Lage, das gewünschte Benutzererlebnis ganz einfach zu beschreiben, und generiert daraus einen umsetzbaren Plan. Und mit AI Insights können Führungskräfte den Status von Workflows und Inhalten abfragen und erhalten Analysen, Diagramme und Dashboards auf Basis realer Daten.

Es reicht nicht aus, einfach nur KI-Tools bereitzustellen. Der wahre geschäftliche Nutzen ergibt sich erst, wenn Menschen KI konsequent dann nutzen, wenn es zählt.

Um das von der Implementierung bis hin zum laufenden Betrieb zu gewährleisten, ist eine zentrale Plattform erforderlich, die den gesamten Lebenszyklus abdeckt.

Ein Lebenszyklus, ein Governance-Modell

Der eigentliche Nutzen agentenbasierter KI zeigt sich erst nach der Implementierung. SAP Cloud ALM steuert den gesamten Prozess, von der ganzheitlichen Verwaltung der Verlagerung in die Cloud mit KI-Assistenten und Joule bis hin zu Systemanalyse, Konfiguration, Tests und Rollout. Sobald die Agenten produktiv genutzt werden, wird jede Aktion der Agenten überwacht. Operations-Teams können so sicherstellen, dass die KI wie vorgesehen funktioniert, Abweichungen erkennen, bevor sie zu Problemen führen, und die Geschäftsergebnisse nachweisen, die die Rentabilität der Investition belegen.

Business-Transformation-Management-Lösungen von SAP fördern das Konzept des Autonomous Enterprise, indem sie als System zusammenwirken: SAP Signavio definiert, wie die Arbeit ablaufen soll, und misst, ob Agenten für Verbesserungen bei Prozessen sorgen. SAP LeanIX legt fest, wo Agenten eingesetzt werden, und prüft deren Zuverlässigkeit. WalkMe sorgt dafür, dass Mitarbeitende und Agenten in jeder Anwendung gemeinsam handeln können. Und SAP Cloud ALM steuert den Transformations- und Bereitstellungslebenszyklus und stellt sicher, dass Agenten vor der Inbetriebnahme getestet und validiert werden und einsatzbereit sind. Zudem überwacht das Tool ihre Leistung in der Praxis, um die Geschäftsergebnisse zu gewährleisten, die das Unternehmen erzielen möchte.

Die Business-Transformation-Management-Lösungen von SAP sind somit das System, das all diese Elemente am Laufen hält.


Andre Wenz ist General Manager und Chief Product Officer for Business Transformation Management bei SAP.

Abonnieren Sie den SAP News Center Newsletter