Die Roboter der nächsten Generation: perfekte Teamplayer

40 Prozent der Global-2000-Fertigungsunternehmen werden mindestens 30 Prozent ihrer Roboter digital mit einer Cloud-Plattform vernetzt haben. Diesen Trend konnten die Experten des Analystenhauses IDC ausmachen.

Künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend zur Steuerung von autonomen Systemen wie etwa Robotern eingesetzt. Deshalb besteht das oberste Ziel von Unternehmen inzwischen darin, voneinander isolierte Organisationsbereiche zu vernetzen. So schaffen sie eine höhere Wertschöpfung. Aus diesem Grund begab ich mich kürzlich Luftlinie auf den Weg zur SAPPHIRE NOW und ASUG Annual Conference.

Kostengünstig und vielseitig: die neuen Roboter

Natürlich schuften Roboter heute schon in vielen Branchen von früh bis spät. Doch die drei Beispiele für gemeinsame Innovationen mit SAP, die ich mir auf dem Event angesehen habe, markierten eine neue Stufe der Mensch-Computer-Interaktion. Denn sie verändern tägliche und strategische Geschäftsprozesse und damit die Arbeitswelt und das Kundenerlebnis von Grund auf.

Im Gegensatz zu ihren sperrigeren Vorfahren aus dem Industriezeitalter lassen sich die Vertreter dieser neuen Roboterspezies integriert vielfältigste Systeme anbinden,  von der Lagerhalle bis zur Einzelhandelsfiliale. Sie sind kostengünstiger als ihre Vorgänger und mit verschiedenfarbigen Lichtern, Sensoren und Kameras gespickt. In der Lagerhalle können sie die richtigen Artikel auswählen und auf andere Transportroboter laden. Diese wiederum bringen die Ware dann zum Warenausgangstor. Lichter in verschiedenen Farben zeigen ihre Route an, sodass Menschen gefahrlos in ihrer Nähe arbeiten können.

„Früher waren Roboter, die in großen Fertigungsanlagen eingesetzt wurden, sehr  leistungsstark. Sie hätten Menschen verletzen können, wenn sie ihnen zu nahe gekommen wären“, erklärte David Owen, Leiter der Retail Advisory Group bei SAP. „Diese Roboter der neuesten Generation tragen Sensoren, sodass sie auf Menschen reagieren können.“

Wie Owen hinzufügte, sind die Preise für Lagerhallen-Roboter – Installation und Betrieb inbegriffen – mittlerweile deutlich gesunken: „Einige unserer Kunden berichten über Einsparungen in Höhe von 30 Prozent für jeden ausgewählten Artikel.“

Neulich im Supermarkt: Roboter auf Kontrollgang

Die Geschichte mit den Robotern wurde noch spannender, wie Owen mir im nächsten Beispiel demonstrierte: den Einsatz der Lösung SAP Supply Chain Control Tower in einem Supermarkt. Stellen Sie sich einen Roboter vor, der sich Seite an Seite mit Kunden durch die Gänge eines Supermarkts bewegt. Seine 2D- und 3D-Kameras und Sensoren könnten Bestände zählen, falsch eingeordnete oder falsch ausgezeichnete Waren erkennen. Oder die Sensore überprüfen die Preise stellen fest, welche Artikel wieder aufgefüllt werden müssen. Durch die Vernetzung mit den Robotern im Lager über SAP Extended Warehouse Management lassen sich Alerts auslösen. So wird der Nachschub für die betreffende Filiale zusammengestellt und geliefert.

Während ich das Geschehen auf dem Bildschirm beobachtete, erschien plötzlich ein Bild von dem tatsächlichen Supermarktregal in Echtzeit, auf dem die genaue Position in der Filiale, die Bezeichnungen und Größen der Waren und der Status des Alerts zu sehen waren. Ein unschöner Anblick wie zerbrochene Eier oder eine ausgelaufene Ketchup-Flasche könnte so rasch beseitigt werden, da der Roboter einen entsprechenden Alert an das Dashboard der Filialleitung sendet.

„Der Filialleiter könnte eine Liste der Alerts und der zur Beseitigung des Problems vorge­schlagenen Mitarbeiter sehen“, erklärte Owen. „Dieser Proof of Concept ist in die Software SAP SuccessFactors integriert, somit konnten Details über diese Mitarbeiter abgerufen werden.“

Intelligente Informationsgewinnung durch vernetzte Daten

Das Dashboard umfasste Verkaufsanalysen von einzelnen Filialen. Ebenfalls angezeigt wurden tatsächliche Verkaufszahlen gegenüber prognostizierten Trends. All diese Informationen wurden mit Daten über das Kundenerlebnis zusammengeführt. So kann der Grad der Kundenzufriedenheit zu Faktoren wie Produktverfügbarkeit, Sauberkeit in der Filiale und dem Eindruck vom Filialteam in Bezug gesetzt werden.

„Unternehmen können die Roboter mit eigenen, zusätzlichen Sensoren ausstatten. Beispiels­weise können sie RFID- oder Barcode-Scanner anbringen, um die Funktionen gemäß ihren individuellen geschäftlichen Anforderungen zu erweitern“, unterstrich Owen. „Sie könnten zum Beispiel Temperatursensoren hinzufügen. Damit lässt sich die Temperatur vor Ort anzeigen. Entsprechend dem aktuellen Wetter werden stark nachgefragte Produkte ausgewählt.“

Wenn Roboter im Einzelhandel für sauberere und aufgeräumtere Filialen sorgen können, in denen die richtigen Waren stets verfügbar sind, stehen diesen fortschrittlichen Maschinen in Unternehmen sicher alle Türen offen.