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Außenhandel: So wappnen Sie sich für den (harten) Brexit

Der Countdown läuft: Für den 31. Oktober 2019 steht Großbritanniens EU-Austritt auf der Agenda. Aktuell deutet dabei vieles auf einen „harten“ Brexit hin. Der würde vor allem import- und exportorientierte Unternehmen schwer treffen. Vier Tipps zeigen, wie Sie die Geschäftsbeziehungen mit britischen Betrieben sowie die Zollabwicklung auch künftig reibungslos gestalten.

Seit Boris Johnson im Juli 2019 als neuer Premierminister ins Parlament eingezogen ist, scheint ein ungeregelter Austritt der Briten aus der EU wahrscheinlicher denn je. Damit würde das Vereinigte Königreich zum „Drittstaat“ und der Handel mit britischen Unternehmen entsprechend komplizierter. „Wer regelmäßig Waren nach Großbritannien exportiert oder von der Insel einführt, wird die erforderlichen Zollformalitäten manuell vermutlich nur noch schwer oder mit hohem Kosten- und Zeitaufwand bewältigen können“, prognostiziert SAP-Experte Steffen Trumpp. Und zwar auch im Falle eines geordneten Brexits. „Klar ist: Der Austritt Großbritanniens aus der EU wird für Zollabwicklung und Handel gravierende Folgen haben“, so Trumpp.

Brexit: Zollprozesse vereinfachen durch digitale Technologien

Er empfiehlt deshalb vor allem import- und exportorientierten Unternehmen, ihre Zoll- und Handelsprozesse zeitnah auf den Prüfstand zu stellen und erforderliche Anpassungen vorzunehmen. „Wer dabei auf eine digitale Lösung setzt, ist auf der sicheren Seite“, so Trumpp. Warum das so ist, zeigt ein neues Whitepaper von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und SAP. Es erklärt, wie Unternehmen mithilfe innovativer IT-Lösungen die Handelsbeziehungen zu britischen Firmen nach dem Brexit in trockene Tücher bringen – und dabei unter anderem durch folgende Vorteile profitieren:

  1. Zollwerte und Abgaben sauber kalkulieren
    Wer künftig Waren aus Großbritannien ein- bzw. nach Großbritannien ausführt, wird diese unter Umständen verzollen müssen. Ob und welche Kosten dafür fällig werden, hängt dabei vom Ursprung der Güter sowie vom Waren- und Zollwert ab. Das Problem: Angesichts volatiler Märkte und schwankender Währungskurse lässt sich der tatsächliche Warenwert manuell mitunter nur schwer beziffern. Die Folge: falsch berechnete Zollwerte, die das Unternehmen bei einer Einfuhrhandelsprüfung teuer zu stehen kommen. Moderne IT-Lösungen berücksichtigen dagegen bei der Zollwertberechnung alle relevanten Parameter auf Basis aktueller Daten. So bestimmen die Unternehmen Güter- und Zollwerte punktgenau – und behalten die Kosten zuverlässig im Griff.
  2. Compliance-Vorgaben mühelos einhalten
    Mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU gelten unter anderem beim Handel mit bestimmten Feuerwaffen oder sogenannten Dual-Use-Gütern, also Waren, die sich sowohl für militärische Zwecke als auch für die zivile Nutzung eignen, neue Genehmigungspflichten. Umso wichtiger ist es, beim Handel mit britischen Unternehmen Export-, Import- und Embargokontrollen kontinuierlich im Blick zu behalten. IT-Lösungen liefern hierzu die erforderlichen Werkzeuge. Sie konsolidieren Informationen zu Sanktionslisten und anderen gesetzlichen Vorgaben, stellen erforderliche Dokumente per Mausklick bereit und reduzieren das Risiko von Compliance-Verletzungen.
  3. Zollabwicklung per Knopfdruck steuern
    Unternehmen, die Waren aus Großbritannien ein- oder nach Großbritannien ausführen, müssen dafür künftig eine Zollmeldung erstellen. Ein zeitaufwendiges Verfahren, das viele Betriebe deshalb in die Hände externer Dienstleister legen – und dafür tief in die Tasche greifen: Broker stellen pro Verzollung zwischen 30 und 50 Euro in Rechnung. Wer viel Geschäft mit dem Vereinigten Königreich macht, sollte deshalb über den Einsatz einer IT-Lösung nachdenken. Vor allem Cloud-Services machen sich in diesem Bereich schnell bezahlt.
  4. Vergünstigungen gezielt ausschöpfen
    Dass der Brexit den Handel mit Großbritannien erschweren und verteuern wird, ist unbestritten. Umso wichtiger, dass Unternehmen beim grenzüberschreitenden Handel Optimierungspotenziale gezielt nutzen. So können exportierende Unternehmen beispielsweise durch Präferenzabkommen Einfuhrzölle reduzieren oder eine vollständige Zollfreiheit erhalten. Zudem lassen sich bei importierten Gütern Kosten und Abgaben durch Veredelungsverfahren oder die Implementierung eines Zolllagers senken. Moderne Softwarelösungen helfen, die dazu erforderlichen Schritte effizient umzusetzen.

Mit SAP Global Trade Services (GTS) stellt SAP import- und exportorientierten Unternehmen einen gut gefüllten Werkzeugkoffer zur Verfügung, um Zoll- und Außenhandelsprozesse effizient zu steuern. Die Plattform kann wahlweise On-Premise installiert oder aus der Cloud bezogen werden. Damit steht den guten Geschäftsbeziehungen zu britischen Unternehmen auch künftig nichts im Wege.

Weitere Informationen:

Sie möchten wissen, wie Sie den Handel mit Ihren britischen Geschäftspartnern künftig effizient gestalten können? Unser Whitepaper  liefert dazu zahlreiche Informationen. Ob ihr Unternehmen ausreichend auf den Brexit vorbereitet ist, lässt sich mithilfe der PwC-Brexit-Readiness-App  im Handumdrehen ermitteln.

Profilbild von Steffen Trumpp, der den Beitrag zum Brexit verfasst hat
Steffen Trumpp, Solution Advisor Expert, SAP Governance, Risk & Compliance

Sie haben zusätzlichen Informationsbedarf? SAP-Experte Steffen Trumpp nimmt sich gerne für Sie Zeit. Als Solution Advisor Expert bildet er die Schnittstelle zwischen SAP Entwicklung und Vertrieb. Mit ihm können Sie neueste Trends und Produktstrategien im Bereich SAP Governance, Risk & Compliance besprechen. Vereinbaren Sie hier am besten direkt einen persönlichen Gesprächstermin.

Oder registrieren Sie sich schnell noch für den „SAP-Infotag für internationalen Zoll und Außenhandel“ am 25. September 2019 in St. Leon-Rot. Dort erfahren Sie, wie Sie Handelsprozesse straffen, Kosten senken, das Risiko von Bußgeld- und Strafzahlungen mindern und die Zollabfertigung bei der Ein- und Ausfuhr beschleunigen.