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Resch Maschinenbau richtet Fertigungsplanung mit SAP S/4HANA neu aus

Resch Maschinenbau richtet Fertigungsplanung mit SAP S/4HANA neu aus

In volatilen Märkten gewinnen flexible Produktionsprozesse rasant an Bedeutung. Um Kundenanforderungen und Preisschwankungen künftig noch besser abbilden zu können, löst die bayrische Resch Maschinenbau GmbH ihr bisheriges ERP-System ab. Warum der Mittelständler bei der Neuausrichtung nun auf SAP S/4HANA Cloud setzt.

Steigende Rohstoffpreise, Lieferengpässe, Fachkräftemangel: Der Mittelstand hat aktuell mit einer Vielzahl von Herausforderungen zu kämpfen. Da bildet auch die Resch Maschinenbau GmbH keine Ausnahme, auch wenn das Geschäft in Töging am Inn nach wie vor gut läuft.

Mittelständischer Anlagenbauer Resch auf Wachstumskurs

Seit mehr als 60 Jahren stellt der vollstufige Auftragsfertiger hochwertige Baugruppen und Komplettmaschinen für internationale Kunden aus der Lebensmittel-, Verpackungs-, Pharma- und Kosmetikindustrie her. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Abfülleinheiten für die Getränkeindustrie. „In diesem Bereich sind wir sogar Marktführer“, sagt Robert Böck, kaufmännischer Leiter bei Resch Maschinenbau. Zudem vertreibt das Traditionsunternehmen über die vor rund 20 Jahren ausgegründete Schwesterfirma Power-Heat-Set GmbH Systeme für die Thermofixierung im Rahmen der textilen Teppichherstellung.

Die knapp 200 Mitarbeitenden der beiden Gesellschaften erwirtschaften jährlich einen Umsatz von rund 25 Millionen Euro, Tendenz steigend. Vorausgesetzt, der Anlagenbauer lässt sich durch den Fachkräftemangel nicht ausbremsen. Denn der macht Resch Maschinenbau aktuell besonders zu schaffen.

Cloud-ERP SAP S/4HANA punktet mit umfassender Fertigungsfunktionalität

Ein Grund mehr, die in die Jahre gekommene Systemlandschaft von Grund auf zu modernisieren. „Unser Ziel ist es, mit den bestehenden Kapazitäten mehr Output zu schaffen“, sagt Böck. „Der Weg dorthin führt über die Optimierung und Automatisierung unterschiedlicher Prozesse.“ Da das eingesetzte ERP-System dabei zunehmend an Grenzen stieß, fiel im Sommer 2021 die Entscheidung, es abzulösen. Beim anschließenden Auswahlprozess kristallisierte sich SAP S/4HANA schnell als Nachfolgesystem der Wahl heraus. „Die Walldorfer Lösung überzeugte vor allem in den Bereichen Fertigungsplanung und Lagermanagement“, sagt Böck. Also genau dort, wo Resch Maschinenbau das größte Optimierungspotenzial vermutete.

„Die anonyme Fertigung ist derzeit mit Abstand unsere größte Baustelle“, erklärt der kaufmännische Leiter. Das vorhandene System unterstützt vor allem eine projektorientierte Produktion und verknüpft dementsprechend jeden Fertigungsauftrag von Beginn an fix mit einem Kunden. „Zu unserem früheren Geschäftsmodell passte das“, so Böck. „Inzwischen liegt unser Schwerpunkt allerdings in der Auftragsfertigung, die wesentlich mehr Flexibilität benötigt.“ Genau daran mangelt es der aktuellen Lösung: Einmal vorgenommene Verknüpfungen lassen sich nur mit großem manuellem Aufwand und zeitaufwendigen Umbuchungen rückgängig machen.

Zudem unterscheidet die Bestandslösung auch nicht zwischen Plan- und „scharfen“ Fertigungsaufträgen. Die Folge: Die Fertigungsmitarbeiter müssen rund 5.000 bis 6.000 Aufträge im Blick behalten und priorisieren. „Mit SAP S/4HANA wird die Zahl der scharfen Fertigungsaufträge auf unter 1.000 sinken, und unsere Produktion wird wesentlich flexibler“, prognostiziert Böck. Denn mit der Cloud-Lösung lassen sich Materialien mühelos disponieren und kalkulieren, die Zuordnung zum Kundenprojekt erfolgt jedoch erst, wenn aus dem geplanten Auftrag tatsächlich ein Fertigungsauftrag wird.

Gleitende Durchschnittspreise erleichtern Produktkosten-Controlling in der Cloud-Lösung

In Sachen Produktionskosten-Controlling verspricht sich der Mittelständler von der neuen Cloud-Lösung ebenfalls deutliche Verbesserungen. Aktuell lassen sich Nachkalkulationen nämlich nur mit großem Aufwand durchführen. „Das liegt daran, dass Vorprodukte zu einem vom System fix vorgegebenen Preis eingelagert werden“, erklärt Böck. In preisstabilen Zeiten sei das kein Problem. In der heutigen Zeit komme man aber in der Lagerverwaltung um gleitende Durchschnittspreise kaum noch herum. „Die Märkte sind hochgradig volatil“, sagt der kaufmännische Leiter. „Allein der Stahlpreis ist in den letzten 1,5 Jahren mehr als 50 Prozent gestiegen.“ Wer nicht in der Lage ist, derartige Preisschwankungen automatisiert abzubilden, muss entweder viel Zeit und Ressourcen in die manuelle Neubewertung der Produkte stecken – oder sich bei der Nachkalkulation auf sein Bauchgefühl verlassen. Für Resch Maschinenbau ist beides keine Option.

Gemeinsam mit dem Implementierungspartner Cpro Industry Projects & Solutions GmbH definierte der Auftragsfertiger deshalb in einem dreitägigen Digital Discovery Assessments (DDA), welche Funktionalitäten und Prozesse die neue Software abdecken sollte. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Power-Heat-Set GmbH stark vom integrierten Projektsystem von SAP S/4HANA profitieren wird. „Insgesamt lässt die ERP-Software aus der SAP-Cloud kaum einen Wunsch offen“, resümiert Robert Böck. Ein Grund mehr, in die Cloud zu wechseln, denn ursprünglich hatte der Mittelständler eigentlich eine On-premise-Lösung im Visier gehabt. „Letztlich hat SAP uns aber davon überzeugt, dass die Zukunft in der Cloud liegt“, so Böck. Zumal die Standardprozesse von SAP S/4HANA die Anforderungen des Anlagenbauers zu 90 Prozent abdecken.

Resch Maschinenbau will Cloud-ERP künftig noch weiter ausbauen

Nachdem das Zielbild steht, werden nun zügig Nägel mit Köpfen gemacht: Innerhalb der kommenden Monate sollen in einem ersten Schritt vorhandene ERP-Prozesse nach SAP S/4HANA überführt und anschließend im laufenden Betrieb umfassend evaluiert werden. Im zweiten Schritt will Resch Maschinenbau dann weitere Optimierungspotenziale erschließen, beispielsweise durch die nahtlose Integration vorhandener CAD-Systeme oder den Ausbau von Product Lifecylce Management (PLM) und Customer Relationship Management (CRM).

So geht Transformation im Mittelstand

Spätestens seit Beginn der Coronapandemie kommt die Digitalisierung auch im Mittelstand zunehmend in Fahrt. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) packen das Thema beherzt an, verlagern ihre IT-Systeme in die Cloud und stellen so die Weichen für zukunftsfähige und agile Prozesse. Erfahren Sie in dieser Themenserie, was sich deutsche Mittelständler davon ganz konkret versprechen und wie sie die Transformation angehen.

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