Digitalisierung bei Jowat Klebstoffe

Innovative Klebstoffe für feste Kundenbeziehungen

Dieser Beitrag ist Teil der Themenserie

Digitalisierung im Mittelstand

Es gibt sie, die intelligenten Unternehmen im Mittelstand. Sie wagen digitale Innovation, setzen auf moderne Technologien und schreiben die Geschichte ihres Unternehmens erfolgreich weiter. Erfahren Sie in dieser Blog-Serie, wie diese digitalen Vorreiter ihre Kunden und Mitarbeiter begeistern und enger an ihr Unternehmen binden!

Kundenwünsche werden immer spezieller, rechtliche Anforderungen steigen. Das alles muss der Hersteller von Industrieklebstoffen Jowat berücksichtigen. Das international agierende 100 Jahre alte Familienunternehmen setzt deshalb auf die Digitalisierung der Produktion – und auf SAP.

Das, was das Unternehmen Jowat herstellt, ist zwar enorm wichtig und steckt in fast allen Industrieprodukten, doch soll der Kunde das Produkt später nicht bemerken. Trotzdem ist seine Erwartung an die Qualität und Haltbarkeit des Produktes immens.

Die Rede ist von Klebstoffen. Jowat produziert diese weltweit für den industriellen Einsatz in der Holz- und Möbel- sowie in der Verpackungs-, Automobil- und Textilindustrie. Sie stecken auch in Matratzen, atmungsaktiven Funktionsjacken, BHs und Unterwäsche. Das Unternehmen stellt über 650 verschiedene Klebeprodukte her, mehr als 90.000 Tonnen im Jahr.

Wettbewerbsvorteile durch Innovation und Digitalisierung

„Uns gelingt es, Innovation in die Klebstoffindustrie zu bringen, die einen echten Wettbewerbsvorteil darstellt“, sagt Finanzvorstand Ralf Nitschke, zuständig auch für Produktion und IT. Die IT versteht sich bei Jowat als Begleiter der Business-Prozesse und als Partner bei der Umsetzung der Digitalisierung.

„Für uns ist es selbstverständlich, neue Lösungen schnell einzusetzen“, sagt CFO Nitschke. Hier kommt SAP ins Spiel: „Unser Ziel ist es, mit SAP gemeinsam Lösungen zu entwickeln, um den steigenden Anforderungen nachzukommen.“ Jowat erhofft sich von der Digitalisierung seiner Produktionsprozesse neben Rationalisierungseffekten vor allem eine höhere Prozessqualität. Das Familienunternehmen will seine Produkte noch intelligenter machen.

Für die Umsetzung ist Christine Künne verantwortlich, bei Jowat Leiterin für IT und Business Process Services. Sie hat eine besondere Beziehung zu SAP: „Ich habe vor 25 Jahren zur SAP-Einführung bei Jowat die Seiten gewechselt.“ Zuvor war sie Beraterin bei Siemens Nixdorf. Zwei Mitarbeiter gab es damals, neben ihr noch einen Auszubildenden. Heute ist die IT mit 31 Mitarbeitern direkt unter dem Vorstand angesiedelt, agiert relativ autark und wurde von Künne für die Digitalisierung komplett restrukturiert.

Immer speziellere Kundenwünsche und – regional unterschiedliche – rechtliche Vorschriften gilt es, in der Produktion der Klebelösungen zu berücksichtigen. „Wir haben Kunden, die fordern bestimmte chemische Merkmale oder eine kundenspezifische Etikettierung“, erläutert Künne.

Intelligentes Unternehmen: Ohne Medienbrüche direkt zur Maschine

„Bei individuellen Wünschen des Kunden geht es quasi bis zur Losgröße 1. Wir müssen deswegen in den Produktionsprozess direkt eingreifen können“, berichtet Künne. Ein arabisches Land etwa hatte die Anforderung, einen Klebstoff zu produzieren, mit dem man Grassamen auf Wüstensand kleben kann.“  Ob der Wunsch erfüllt wurde, bleibt ein Geschäftsgeheimnis.

Dabei steckt bereits viel Intelligenz in den Produktionsanlagen. Die Angaben zur Steuerung der Produktion werden in das zentrale ERP-System SAP S/4HANA überführt und können ohne Medienbrüche direkt zur Maschine weitergeleitet werden. Künne will in Zukunft so viele Werte wie möglich auslesen. „Die Millionen Datensätze möchten wir nutzen, damit die Steuerung der Maschine sich quasi selbst einstellt – je nach Anwendung, die der Kunde für das Produkt vorgesehen hat“, sagt sie.

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Cloud in der Produktion

Jowat hat sich in diesem Zusammenhang auch mit der Digital Manufacturing Cloud von SAP beschäftigt, die es ermöglicht, Cloud-Lösungen einfach zu nutzen. „Wir wollen die Cloud bis in die Produktion, direkt an die Anlagen bringen“, sagt Künne. „Aktuell unterstützen wir eine SAP Customer Engagement Initiative zur Definition der Prozesse und Anforderungen an die SAP Digital Manufacturing Cloud. Die SAP Digital Manufacturing Cloud ist eine Cloud-Lösung, die Fertigungs- und Industriekunden die Möglichkeit bietet, Analysen durchzuführen, Industrie 4.0 auf Anlagen- und Unternehmensebene auszuführen, IoT-Maschinen zu modellieren und Daten zu erfassen sowie Ressourcen zu orchestrieren.“

Die Digitalisierung hilft auch bei der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben: „Wir sind verpflichtet, unsere Produkte mit Sicherheitsdatenblättern auszustatten“, sagt Künne. Von der Produktion bis zum Versand an den Kunden müsse Jowat nachweisen können, dass das Produkt tatsächlich den geforderten Spezifikationen entspreche. „Das lässt sich nur umsetzen, wenn der Prozess in Gänze digitalisiert ist“, sagt Künne.

Digitalisierte Logistik

Einen weiteren Schwerpunkt sieht Künne in der Optimierung der Supply Chain: „Wir sehen im S/4HANA-Umfeld noch viele Benefits, die wir nutzen können.“ Mit dem SAP-System digitalisiert Jowat nicht nur die Produktion, sondern auch die Logistik. Viele der Prozesse sind schon automatisiert. So arbeitet das Unternehmen mit fahrerlosen Transportsystemen, die an das ERP-System SAP S/4HANA angeschlossen sind. Kurze, immer wiederkehrende Transporte der Rohstoffe können fahrerlos bewältigt werden.

„Wir haben sehr früh erkannt, dass die Automatisierung der Logistik mit der Umstellung auf SAP Extended Warehouse Management sehr viel einfacher ist“, sagt Künne. Denn damit lassen sich Warenbewegungen und die Bestandsführung im Lager flexibel und automatisiert abwickeln. Auch die Regallager sind ins SAP-System integriert. „Das Hochregallager nutzen wir schon seit einigen Jahren. Trotzdem ziehen wir durch die Umstellung großen Nutzen“, so Künne.

100 Jahre Jowat – 25 Jahre mit SAP ERP

Parallel zum 100-jährigen Jubiläum des Unternehmens im August ging Jowat den Umstieg vom alten SAP-ERP-System zu SAP S/4HANA an. Zeitgleich feierte das Unternehmen sein 25-jähriges Jubiläum mit SAP. Künne: „Als wir beraten haben, wie der Weg von Jowat auf eine SAP-S/4HANA-Plattform sein könnte, haben wir uns schnell dafür entschieden, eine System-Conversion durchzuführen. Dabei wird das bestehende System unter Beibehaltung von Customizing, Entwicklung, Daten und Berechtigungen Schritt für Schritt auf SAP S/4HANA umgestellt. Das System war gut vorbereitet, große Anpassungen mussten wir nicht vornehmen. Die Umsetzung dauerte ein Jahr.“

Bei der Umstellung hat die IT agile Methoden angewendet. „Große komplexe Projekte teilen wir mit den Fachabteilungen und den Key-Usern in viele kleine Schritte. So sieht man Erfolge viel schneller“, stellt Künne fest. „Wir wollten schnell die Basis herstellen, um S/4HANA als zentralen Kern zur Digitalisierung der Prozesse zu nutzen. Wir mussten auf unsere historischen Daten nicht verzichten, konnten sie ins neue System übernehmen und so in allen 24 Jowat-Gesellschaften sofort auf S/4HANA arbeiten.“

Alle ERP-Zahlen auf Knopfdruck

Seit der Einführung gibt es mehr Transparenz, freut sich Künne. „Durch unsere klare SAP-Strategie haben wir eine voll integrierte Landschaft auch mit den Tochtergesellschaften. Die Konzernbuchhaltung sieht die Zahlen für alle Gesellschaften auf einen Blick. Zuvor mussten wir verschiedene Transaktionen aufrufen, um einzelne Belege global nutzen zu können. Durch SAP S/4HANA haben wir mehr Effizienz in der Einkaufsabteilung, aber auch unseren Lieferanten gegenüber.“

Letztere profitieren auch von der zusätzlichen Implementierung der SAP Commerce Cloud – ebenso wie die Kunden von Jowat. Die Lösung ermöglicht Jowat neue Vertriebskanäle, verbesserte Beziehungen zu den Kunden in der Kommunikation mit den Lieferanten. Künne konkretisiert: „Über das personalisierte und geräteunabhängige User Interface SAP Fiori können wir externe Logistiker anbinden, indem wir einzelne Apps einfach für sie freischalten. So können sie unsere Informationen einsehen und nutzen.“ Zudem gibt es im Fiori-Umfeld die Möglichkeit, Analytical Apps zu verwenden. Dadurch können alle wichtigen Informationen auf Knopfdruck eingesehen werden. „Es gibt Transaktionen, auch und gerade im Kundenservice oder Sales-Umfeld, die bis zum Faktor 100 schneller geworden sind“, berichtet Künne.

Schon vor 25 Jahren war für Jowat der integrative Gedanke der SAP-Software der Grund, mit SAP zusammen zu arbeiten. „Wir haben früh erkannt, dass dieser Ansatz für uns eine Chance ist, weil es einfach zusammenpasst: Unsere Unternehmensstrategie, die digitale Strategie und die SAP-Strategie“, bemerkt Künne. „Da fühlen wir uns gut aufgehoben.“ Und Vorstand Nitschke ergänzt: „Wir denken, dass wir mit SAP S/4HANA gut gerüstet sind, auch die nächsten Dekaden erfolgreich zu bewältigen.“

Gegründet vor 100 Jahren

2019 wurde das in Breslau gegründete mittelständische Familienunternehmen Jowat 100 Jahre alt. Mittlerweile beschäftigt es 1.200 Mitarbeiter in 24 Tochtergesellschaften und über 80 Ländern. Neben den Klebstoffen bietet das Unternehmen auch passende Services an. So geben Spezialisten Antworten rund um Technologie, Anwendung und Qualitätssicherung und sorgen für Know-how-Transfer entlang der gesamten Prozesskette.

Inhabergeführt seit Generationen – oder erst seit wenigen Jahren auf dem Markt, groß oder klein, regional aktiv oder global aufgestellt. Es gibt unglaublich faszinierende Unternehmen im Mittelstand. Sie alle verbindet ihr unternehmerischer Mut, Erfindergeist und die Fähigkeit, neuen Herausforderungen schnell mit neuen Antworten zu begegnen.

Viele dieser mittelständischen Unternehmen haben sich auf den Weg gemacht zum intelligenten Unternehmen. Sie erfinden sich neu und stellen sich mit Hilfe von Technologie auf eine andere Stufe. Sie unternehmen Zukunft. Hier sehen Sie das Video, in dem Vorstand Ralf Nitschke und IT-Leiterin Christine Künne von ihrer digitalen Reise erzählen.

Hier sehen Sie das Video von Jowats digitalen Reise

Neue Verbindungen schaffen mit digitaler Unterstützung

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